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Kaffee aus alternativem Handel
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2006/1
Schwerpunkt Droge

Mit Einführung unserer neuen Espressosorten haben wir zum ersten Mal Handelsbeziehungen zu Kooperativen außerhalb Nicaraguas aufgenommen. Wir kaufen jetzt auch Rohkaffee aus Mexiko, Guatemala und Kolumbien. Dabei gelten dieselben Handelskriterien wie beim Handel mit unseren Nicaraguanischen Partnern, der Kontakt ist aber nicht so intensiv.

Kurz vor der Ernte Anfang 2005 ist das Tal, in dem der Kaffee in Kolumbien angebaut wird, Ziel einer Sprühaktion im Rahmen der Drogenbekämpfung geworden. Über diesen Angriff und die Folgen berichten wir in diesem Heft.

Kurz darauf kamen wir in Kontakt mit Produzenten von biologisch angebautem Koka-Tee. Es schien uns eine adäquate Antwort auf das zerstörte Kaffee-statt-Koka Projekt: Wir importieren und verkaufen Koka-statt-Kaffee. In der gesamten Andenregion ist Koka-Tee ein allgemein akzeptiertes und konsumiertes Getränk, früher gab es ihn auch hier als Gesundheitstee, wieso also nicht einführen? Wir erkundigten uns bei diversen Behörden; das Ergebnis: der Handel mit Kokapflanzen oder Teilen davon ist verboten.

Das Thema beschäftigt uns weiter und wir haben in diesem Info einige Aspekte zum Thema Drogen zusammengetragen.

Als Einstieg berichten wir von der Besprühungsaktion bei unseren HandelspartnerInnen und den Folgen. Wie solche Projekte zustande kamen, beschreibt der zweite Artikel über die Substitutionspolitik der GTZ. Die militante Variante der Drogenbekämpfung, den „Krieg gegen die Drogen“, beleuchten wir im dritten Artikel. Mit der Wahl von Evo Morales zum Regierungschef in Bolivien ist ein Vertreter der Koka-Bauern an die Macht gekommen. In diesem Zusammenhang analysiert der dann folgende Artikel die kulturelle und historische Dimension des Koka-Konsums aus einem indigenen Blickwinkel. Abschließend werden die ideologischen und zweckrationalen Hintergründe der herrschenden Drogenpolitik aufgezeigt.



Herbizidsprühung gegen Kaffee statt Koka Projekt Drucken
Für unsere Mischkaffees importieren wir Bio-Kaffee von der Kooperative Nuevo Futuro aus Kolumbien. Nuevo Futuro ist im südkolumbianischen Cauca gelegen, wo der Anbau von Koka und Mohn sich zunehmend ausgeweitet hatte.

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Kaffee statt Coca Drucken
Die Internationale Drogenpolitik kontrolliert den legalen Drogenanbau und verfolgt den illegalen. Außerdem wird Entwicklungshilfe eingesetzt, um den Anbau legaler Nutzpflanzen zu fördern. Wie unser Fallbeispiel zeigt, gibt es eine relativ enge Verbindung zwischen Fairem Kaffeehandel und solchen Entwicklungsprogrammen. Deshalb müssen sich alternative Kaffeehändler wie wir mit der Frage beschäftigen, wie solche Programme einzuordnen sind. Leisten wir mit unserem Handel einen Beitrag zu einer „alternativen“ oder „nachhaltigen“ „Entwicklung“ oder geben wir repressiven Maßnahmen gegen die Landbevölkerung eine Rechtfertigung?

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War on drugs in Kolumbien Drucken
Kolumbien steht wie kaum ein anderes Land im Fokus der Weltöffentlichkeit, wenn es um das Thema „Krieg gegen Drogen“ geht. Die Eskalation des Konfliktes zwischen den Drogenkartellen, die in der Jagd auf Pablo Escobar gipfelte, lief praktisch live im Fernsehen. Auch die punktuell erscheinenden Meldungen über Verstrickungen von Amtsträgern in Drogengeschäfte passen zum Bild eines Landes, das fest im Griff der Drogenmafia steckt. Mit diesem Bild der kolumbianischen Gesellschaft werden dann eine Militarisierung legitimiert. Dazu gehören Militärhilfen, Militärberater, Auslieferungen von Drogenhändlern und sogenannten „Narcoterroristen“ sowie die Besprühung ganzer Regionen mit Herbiziden.

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Koka und Kultur Drucken
Juan Evo Morales Ayma ist indigener Anführer der sozialistischen bolivianischen Partei Movimiento al Socialismo (MAS) und der Bewegung für die Rechte der Koka-Bauern. Seit dem 22. Januar 2006 ist er der Präsident Boliviens.
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Kaffee als Droge Drucken
Kaffee zählt zu den legalen Drogen. Das war auch mal anders, inzwischen ist Kaffee aber neben Alkohol und Nikotin ein gesellschaftlich verankertes Genussmittel.

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Kampf gegen das Böse Drucken
Die weltweite Drogenpolitik scheint nicht nur weitgehend erfolglos zu sein, sie richtet offenbar auch noch jede Menge Schaden an. Was können Gründe sein, trotzdem an ihr festzuhalten?

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