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Herbizidsprühung gegen Kaffee statt Koka Projekt Drucken
Für unsere Mischkaffees importieren wir Bio-Kaffee von der Kooperative Nuevo Futuro aus Kolumbien. Nuevo Futuro ist im südkolumbianischen Cauca gelegen, wo der Anbau von Koka und Mohn sich zunehmend ausgeweitet hatte.

Die Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) unterstützt Nuevo Futuro bei der Produktion und Vermarktung von Biokaffee. Nuevo Futuro ist damit ein typisches Kaffee-statt-Koka Projekt. Im Rahmen der europäischen Variante des Kampfes gegen die Drogen werden Koka-ProduzentInnen im Bemühen unterstützt, legale Drogen für den Weltmarkt zu produzieren.Image

Die USA setzen dagegen auf die militärische Lösung. Seit 1994 wird der Drogenanbau ununterbrochen durch Besprühung aus der Luft mit dem Totalherbizid Glyphosat bekämpft. Dabei wird großflächig und aus immer größerer Höhe gesprüht. Betroffen sind damit nicht nur Koka-Pflanzungen, sondern ganze Regionen. Immense Umweltschäden, Vertreibungen und Gesundheitsprobleme der Bevölkerung in den betroffenen Gebieten werden in Kauf genommen.

Im Jahr 2005 hat es auch Nuevo Futuro getroffen. Von der Sprühaktion sind 12 Betriebe in Balboa betroffen. Die Schäden sind vielfältig. Die Verluste bei der Ernte von Grundnahrungsmitteln liegen je nach Betrieb bei 20-100%. Betroffen sind dabei auch schattenspendende Pflanzen, die für den Kaffee sehr wichtig sind.

Der Kaffee kann zwar geerntet, aber nicht mehr als „bio“ zertifiziert werden. Die Sträucher werden zur nächsten Ernte wieder tragen, allerdings sind die Betriebe wieder wie Bio-Umstellungsbetriebe zu behandeln. Wasser und Erdreich sind vergiftet und müssen gereinigt werden. Die Kokapflanzen dagegen sind nach ein paar Monaten wieder ertragreich. Neben den gesundheitlichen und wirtschaftlichen Schäden hat diese Art der Drogenbekämpfung das Vertrauen der campesinos in eine Alternative zum Koka-Anbau beschädigt.