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Kaffee aus alternativem Handel
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Vom Kaffeeberg … Drucken

Trotz der Wahlen und dem langsamen Wegbrechen der Soliszene verkaufte sich der Kaffee wie von alleine.

Die Arbeitsabläufe waren eingespielt, alles war scheinbar gut organisiert. Wir bestellten so viel Kaffee bei den Betrieben in Nicaragua wie sich irgendwie finanzieren ließ und holten uns das nötige Kapital über private Darlehen und Wechsel bei der Bank.


Derweil konnten wir uns um die eigentliche Arbeit kümmern und bemühten uns dem abflauenden Interesse an internationalen Themen entgegenzuwirken. Es machte uns halt mehr Spaß, uns mit organisierten Veranstaltungen, Rundreisen, Demos, Kongressen und Infos zu rühmen, als die Kennzahlen aus den langweiligen Tiefen betriebswirtschaftlichen Handelns herauszufiltern.

Das holte uns Ende des Jahres 1992 ein, als wir die Kaffeebestellung fürs nächste Jahr bestimmen wollten. Unsere Lager waren noch so voll, dass wir eigentlich keinen Kaffee mehr bestellen durften. Eine gesamte Jahresmenge lag noch im Lager und damit war auch immens viel Kapital gebunden, das uns jetzt für die Finanzierung der neuen Ernte fehlte. Wie sollten wir unsere vollmundigen Versprechen von langfristigen und berechenbaren Handelsbeziehungen zu unseren Handelspartnern erfüllen? Wir gingen das Risiko ein, bestellten eine komplette Jahresmenge und starteten die Kaffeebergkampagne. Der Berg musste weg und Kohle für die Vorfinanzierung musste her. Die Kampagne hatte Erfolg. Wir konnten den Kaffeeverkauf immens steigern und genügend private Darlehen für die Finanzierung organisieren. Der Erfolg dauerte auch für die nächsten Jahre an und wir verkauften Kaffeemengen auf relativ hohem Niveau.

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