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Kaffee aus alternativem Handel
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Wir beziehen unseren Nicaraguakaffee von drei Kleinbauern- und Kooperativenzusammenschlüssen: UCPCO, COSATIN und SOPPEXCCA.

Sie liegen alle in der Kaffeeanbauregion im Norden von Nicaragua. Das Gebiet ist unwegsam und häufig von Naturkatastrophen heimgesucht.
Die Organisationen erfüllen alle die Kriterien für das Fairhandelsregister und sind dort aufgenommen.
Die Hauptprobleme im Kaffeeanbau in Nicaragua sind der niedrige Weltmarktpreis und die desolate wirtschaftliche Lage im Land selbst. Der Weltmarktpreis auch für qualitativ hochwertigen Kaffee wie die Arabica-Sorten aus Hochlandanbau liegt häufig unter den Produktionskosten. Dadurch werden die BäuerInnen und LandarbeiterInnen , die meist bereits verschuldet sind, dazu gebracht ihr Land zu verlassen und auf der Suche nach irgendeiner Überlebensmöglichkeit in die Städte oder gleich ins Ausland zu ziehen. Produktionskredite von Banken sind angesichts der Preissituation, aber auch weil das Bankenwesen nach einigen Zusammenbrüchen auf dem Lande kaum noch funktioniert, nicht zu bekommen.

Erstes Ziel unserer Handelspartner ist das physische und wirtschaftliche Überleben ihrer Mitglieder. Dazu müssen die Organisationen selbst wirtschaftlich unabhängig und stabil sein - eine Anforderung, die in dem schwierigen Umfeld nicht leicht zu erfüllen ist. Unsere Handelspartner haben darüber hinaus erkannt, dass für sie biologische Anbauweisen eine Reihe von Vorteilen haben. Sie sind nicht so kapitalintensiv, schonen den eigenen Lebensraum, biologisch angebauter Kaffee und andere Produkte füllen im Export eine Marktlücke; die Sicherheit, etwas zu ernten ist höher: weil verschiedene Pflanzen angebaut und Tiere gehalten werden, vernichtet nicht gleich eine Krankheit oder Seuche die ganze Ernte. Allerdings erfordert eine breit gefächerte biologische Produktion und der biologische Anbau von Kaffee Kenntnisse und Fähigkeiten, die bei der Landbevölkerung nicht in breitem Maß vorhanden sind. Deswegen ist Schulung und Ausbildung ihrer Mitglieder eine weitere wichtige Aufgabe der Organisationen.

Es ist ganz deutlich sichtbar, dass unsere Handelspartner ihre Ziele zumindest teilweise erreichen. Die Organisationen sind selbst wirtschaftlich einigermaßen stabil, die Erträge profitieren von der Möglichkeit, in die Produktion Wissen und Geld zu investieren und in den Gemeinden ist die Migration insgesamt nicht so stark wie im Umland.

Uns freut, dass zwei unserer Handelspartner beginnen, zusammen zu arbeiten. Mitglieder von COSATIN machen Kurse zur Kaffeequalität bei SOPPEXCCA und umgekehrt unterstützt der Honigtechniker von COSATIN die Diversifizierungsbemühungen von SOPPEXCCA.

Die Kontakte zu den Handelspartnern werden von einem Vertreter der MITKA in Nicaragua gepflegt, der die Verbünde auch in Handels- und Organisationsfragen berät.