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Kurzreferat von Claudia Brück zur Arbeit von TransFair e.V. Drucken
Claudia Brück ist verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit von TransFair e.V.
TransFair e.V. ist die deutsche Siegelgeberorganisation für den Fairen Handel. Frau Brück stellte zunächst die Ziele von TransFair dar:
„Gerechtere Handelsbeziehungen und Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen für die Menschen in den Ländern des Südens durch:
• Zahlung von Fairtrade-Mindestpreisen und Fairtrade-Aufschlägen
• Verbot von Ausbeutung und illegaler Kinderarbeit
• Förderung nachhaltiger und umweltfreundlicher Anbaumethoden
• Langfristigen Handelsbeziehungen
• Beratung vor Ort.“
Anschließend wurden das Modell, nach dem der Faire Handel mit dem TransFair- Siegel funktioniert und die Entwicklung des Fairen Handels in den letzten Jahren beschrieben, wobei ein Schwerpunkt auf den Kaffeehandel gelegt wurde.
Das Preismodell der FLO1 , das jahrelang einen Mindestpreis von 1,21 $ je Libra (454 g), einen Aufschlag von 10 Cent, der gezahlt wurde, wenn der Weltmarktpreis über 1,21 $ stieg, und einen Bio-Aufschlag von 20 Cent vorsah, wird momentan überarbeitet.

Für die Verwendung der Mehrpreise wurden eine Reihe von Beispielen genannt:
• Errichtung von Schulen, Finanzierung von Unterrichtsmaterialien, Erwachsenenbildung (z.B. Alphabetisierungs- und Computerkurse)
• Einrichtung von Renten- und Sozialfonds für Mitglieder und deren Familien
• Verbesserung der medizinischen Versorgung (Arztpraxen, Apotheken, Arzneimittel)
• Verbesserung der Infrastruktur (Bau von Straßen, Brücken etc.)
• Schulungen der Mitglieder zur Umstellung auf biologischen Anbau

Ein Schwerpunkt der anschließenden Diskussion war die mit dem Fairtrade-Siegel ausgestattete Eigenmarke des Discounters Lidl. Frau Brück berichtete, dass die Umsätze in den Märkten gering seien, durch das dichte Netz von Standorten aber erhebliche Mengen an Waren abgesetzt werden könnten. Ein negativer Einfluss auf andere Vertriebswege sei nicht festzustellen. Aus Sicht von TransFair e.V. sei diese Entwicklung auch nur zu begrüßen – im Übrigen sei sie auch nicht zu verhindern gewesen: Faire Produkte hätte Lidl ohnehin in sein Sortiment aufnehmen können.
Einen direkten Kontakt zwischen Lidl und den Produzenten gebe es nicht.