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Sieht man nur die einzelnen Referate, scheint es zunächst eine unübersichtliche Gemengelage von Ansprüchen und Praxis zu geben. In der Zusammenschau werden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede doch recht deutlich. Das Grundmodell des Fairen Handels (Mindestpreis, dafür Anforderungen an Produzenten an Produktion und Bezahlung von ArbeiterInnen) wird von niemand in Frage gestellt.

Ein Grundmotiv so zu handeln ist für die kirchlichen und entwicklungspolitischen Gruppen und Akteure die Unterstützung der jeweiligen ProduzentInnen. So weit besteht also (fast) eine gemeinsame Basis. Die Differenzen liegen in dem, was an Ansprüchen und Praxis dazu kommt:
TransFair sagt: Da muss nichts dazu kommen außer Menge.
Heberto Rivas ist auch für mehr Umsatz, findet aber, dass die Auflagen, die er in Bezug auf demokratische Verfahren und anständige Löhne erfüllen muss, auch hier gelten sollten.
Cafe Libertad will aus politischen Gründen nur bestimmte ProduzentInnen unterstützen und beschränkt auch den Kreis der Wiederverkäufer entsprechend.
El rojito und andere MITKA-Gruppen sowie viele Weltläden wollen mit der Ware auch eine politische Botschaft rüberbringen, die den KonsumentInnen vermittelt, dass sie eigentlich mehr tun müssten, als nur Fairhandelsprodukte zu kaufen.
Genau an dieser Stelle wankt dann auch die gemeinsame Basis: Wenn der kritische Impuls der KonsumentInnen, der dazu führt, ein Fairhandelsprodukt zu kaufen, von den Konzernen genutzt wird, um Gewinne zu machen und ihr Image aufzupolieren, ist politisch nicht nur nichts gewonnen, sondern es wird das Gegenteil von dem erreicht, was politisch beabsichtigt war.

Hiermit dürften dann wiederum die ProduzentInnen ihre Probleme haben, denn die haben – mit gewissen  Einschränkungen – auch nichts gegen einen Handel mit Konzernen.

Was das für uns heißt, hat Anne Löwisch schon in ihrem Beitrag formuliert: Es kommt darauf an, diese Unterschiede auch nach außen klar zu machen! Sie selbst erstmal verstanden zu haben, ist dazu die Voraussetzung!