Zusätzlich
zum Preis des Kaffees erbitten wir beim Verkauf eine
Zusatzspende. Diese fließt in die Spendenprojekte, die wir in
Kooperation mit dem Informationsbüro Nicaragua e.V. in Wuppertal
unterstützen. Die Lage in Nicaragua ist für alle Projekte, die auf
selbstbestimmte Entwicklung setzen sehr schwierung: Nach Ende der
sandinistischen Regierung wurden in Nicaragua im Zuge einer radikalen
Konsolidierungs- und Liberalisierungspolitik die Aufwendungen für die
soziale Grundversorgung (Schulen, Gesundheitswesen) zurückgefahren. Auf
dem Lande kommt eine Vernachlässigung bzw. der Nichtausbau der
Infrastruktur (Straßen, Brücken, Wasserversorgung) sowie das Fehlen
jeglicher Unterstützung der Agrarproduktion (Schulung, Organisation,
Kredite) hinzu. Außerdem waren lange die Besitzverhältnisse des Bodens
aufgrund der in Frage gestellten Enteignungen in den 80er Jahren
ungeklärt. In diesem Umfeld fehlt es
auch an Bildung und Organisierung, um sich dem verschärften
Druck der Enteignung und Privatisierung zu wiedersetzen. Hier setzen
drei Spendenprojekte an. Diese
Projekte
setzen einen Mitarbeiter vor Ort, ein großes Know-how und einen
erheblichen Zeiteinsatz voraus. Sie werden deshalb nicht von uns
direkt, sondern vom Informationsbüro Nicaragua e.V.
in Wuppertal
abgewickelt.

Die Vereinigung La CUCULMECA
macht Bildungs- und politische Arbeit. Sie hat (zunächst) erfolgreich
den lokalen politischen Widerstand gegen ein Wassergesetz und die Privatisierung eines ganzen Stausees einschließlich Wasserkraftwerk organisiert. Diese Arbeit muss unbedingt
fortgesetzt und vielleicht sogar intensiviert werden. Deshalb wird sie aus den Kaffeespenden unterstützt.
Außerdem fördern wir die Bildungsarbeit von zwei
Landfrauenorganisationen: Fundación Entre Mujeres
(FEM) und Comité de Mujeres Rurales
(CMR).
Die neoliberale Wirtschaftspolitik und aufgezwungenen
Strukturanpassungsmaßnahmen von IWF und Weltbank verschärfen die
Situation der verarmten Bevölkerung. Gerade auf dem Land ist die
Situation der vielen alleinerziehenden Frauen äußerst prekär. FEM und
CMR haben es sich zur Aufgabe gemacht, Landfrauen in der Regionen
Estelí, León und Chinandega zu organisieren.
Aus den
Kaffeespenden wird "wirtschaftliche Alphabetisierung" finanziert.
Zunächst werden wirtschaftliche Grundbegriffe und Zusammenhänge
erarbeitet, die in der Entwicklung von lokalen Handlungsmöglichkeiten
(u.a. wirtschaftliche Unabhängigkeit, Vernetzung, Widerstand gegen
Privatisierung und Freihandel) mündet.. |