Zusätzlich zum Preis des Kaffees erbitten wir beim Verkauf eine Zusatzspende. Diese fließt in die Spendenprojekte, die wir in Kooperation mit dem Informationsbüro Nicaragua e.V. in Wuppertal unterstützen. Die Lage in Nicaragua ist für alle Projekte, die auf selbstbestimmte Entwicklung setzen sehr schwierung: Nach Ende der sandinistischen Regierung wurden in Nicaragua im Zuge einer radikalen Konsolidierungs- und Liberalisierungspolitik die Aufwendungen für die soziale Grundversorgung (Schulen, Gesundheitswesen) zurückgefahren. Auf dem Lande kommt eine Vernachlässigung bzw. der Nichtausbau der Infrastruktur (Straßen, Brücken, Wasserversorgung) sowie das Fehlen jeglicher Unterstützung der Agrarproduktion (Schulung, Organisation, Kredite) hinzu. Außerdem waren lange die Besitzverhältnisse des Bodens aufgrund der in Frage gestellten Enteignungen in den 80er Jahren ungeklärt. In diesem Umfeld fehlt es auch an Bildung und Organisierung, um sich dem verschärften Druck der Enteignung und Privatisierung zu wiedersetzen. Diese Projekte setzen einen Mitarbeiter vor Ort, ein großes Know-how und einen erheblichen Zeiteinsatz voraus. Sie werden deshalb nicht von uns direkt, sondern vom Informationsbüro Nicaragua e.V. umgesetzt.
Die Spenden des Jahres 2011 gehen größtenteils an ein beeindruckendes Projekt der Selbstorganisation und Selbsthilfe. Der wachsende Anbau von Zuckerrohr - auch für die Destillation des beliebten Rums und die Produktion von Bioethanol für Europa- hat seine Kehrseite darin, dass immer mehr ArbeiterInnen an chronischem Nierenversagen (IRC) erkrankten, einer in Nicaragua meist tödlichen Krankheit, da es dort weder ausreichend Medikamente noch für die Erkrankten erreichbare Dialysestationen gibt. Die Betroffenen machen für ihre Erkrankung die eingesetzten Pestizide verantwortlich und haben sich in zwei Selbsthilfeorganisationen zusammengeschlossen. Sie fordern eine Entschädigung, medizinische Unterstützung und ein Ende der tödlichen Produktionsmethoden. Wir haben das Projekt bei einem Besuch in Nicaragua und bei einer Rundreise von VertreterInnen hier kennengelernt.
Die Unterstützung aus Deutschland wird koordiniert vom Nicaragua-Forum Heidelberg. Dort finden sich auch zahlreichen Informationen zum Projekt und zur Kampagne.
|