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Kaffee aus alternativem Handel
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Entstehung und Geschichte Drucken

Für das Selbstverständnis der Gruppe el rojito hieß dies, mit dem Kaffeeladen einen Beitrag zum Aufbau eigener Strukturen hier zu leisten, um Veränderungen erreichbar werden zu lassen und sich zugleich als Teil einer größeren politischen Bewegung in der BRD zu begreifen, in deren Kontext man agierte und die es mit anderen Bewegungen in anderen Ländern zu vernetzen galt.

Wenn es auch aufgrund dieser unterschiedlichen Entstehungsgeschichten relativ wenig Kommunikation mit der Bewegung der Dritte Welt Läden gegeben hat, so sind doch einerseits von Anfang an einige zentrale Aspekte der Praxis dieser Bewegung übernommen worden (Produkte als Transportmittel politischer Inhalte; Direktimport; Mehrpreise; Kritik an Konzernen; Transparenz des Handels). Andererseits spielten die zentralen Bezugspunkte der Debatten im alternativen Handel ("Hilfe durch Handel; "bessere" Integration der ProduzentInnen in den Weltmarkt), obwohl de facto praktiziert, keine Rolle bei der Entscheidung el rojitos, mit Kaffee zu handeln. Im Vordergrund stand die politische und ökonomische Unterstützung der nicaraguanischen Revolution. "Es wurde nicht der 'Gepaweg' über die Kaffeebohne zur Schilderung der jeweiligen Situation gewählt, sondern der Kaffeehandel war Mittel zum Aufbau von Strukturen hier und Quelle der finanziellen Unterstützung der Revolution".

Man könnte wohl anschließen, daß die Motivation des Handels nicht so sehr in der ökonomischen Unterstützung "der armen Kleinbauern" gesehen wurde, sondern vor allem als ein Stück praktizierte Solidarität mit fortschrittlichen Bewegungen und ProduzentInnen.

Dementsprechend organisierte el rojito sich nicht in der A3WH, sondern mit anderen Gruppen im Adelante e.V, der die MITKA (Mittelamerikakaffee Import) GmbH als Importgesellschaft gründete. In dieser Organisationsform versprach man sich eine größere Chance der Umsetzung der eigenen politischen Ziele.