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Kaffee aus alternativem Handel
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Unsere PartnerInnen in Nicaragua Drucken
Wir beziehen unseren Nicaraguakaffee von drei Kleinbauern- und Kooperativenzusammenschlüssen: UCPCO, COSATIN und SOPPEXCCA.
Die Organisationen erfüllen alle die Kriterien für das Fairhandelsregister (www.fairtrade.net) und sind dort aufgenommen.
Die Hauptprobleme im Kaffeeanbau in Nicaragua sind der niedrige Weltmarktpreis und die desolate wirtschaftliche Lage im Land selbst. Der Weltmarktpreis auch für qualitativ hochwertigen Kaffee wie die Arabica-Sorten aus Hochlandanbau liegt unter den Produktionskosten. Dadurch werden die BäuerInnen und LandarbeiterInnen , die meist bereits verschuldet sind, dazu gezwungen ihr Land zu verlassen und auf der Suche nach irgendeiner Überlebensmöglichkeit in die Städte oder gleich ins Ausland zu ziehen.
Erstes Ziel unserer Handelspartner ist das physische und wirtschaftliche Überleben ihrer Mitglieder. Dazu müssen die Organisationen selbst wirtschaftlich unabhängig und stabil sein - eine Anforderung, die in dem schwierigen Umfeld nicht leicht zu erfüllen ist. Unsere Handelspartner haben darüber hinaus erkannt, dass für sie biologische Anbauweisen eine Reihe von Vorteilen haben. Allerdings erfordert eine breit gefächerte biologische Produktion und der biologische Anbau von Kaffee Kenntnisse und Fähigkeiten, die bei der Landbevölkerung nicht in breitem Maß vorhanden sind. Deswegen ist Schulung und Ausbildung ihrer Mitglieder eine weitere wichtige Aufgabe der Organisationen.

Es ist ganz deutlich sichtbar, dass unsere Handelspartner ihre Ziele zumindest teilweise erreichen. Die Organisationen sind selbst wirtschaftlich einigermaßen stabil, die Erträge sine gut und in den Gemeinden ist die Migration insgesamt nicht so stark wie im Umland.


UCPCO

Der Kooperativenverbund UCPCO (Union de Cooperativas Productoras de Cafe Organico) liegt im Norden von Nicaragua im Gebiet von San Juan de Rio Coco. Telefonisch und per E-Mail ist der Verbund nur über ein Büro in Esteli zu erreichen. Schon 1990 begann die Zusammenarbeit bei der Umstellung auf biologischen Kaffeeanbau, 1993 wurde der Verband formal gegründet und organisiert heute 7 Kooperativen und einige einzelne Bauern. Mit 90 aktiven Mitgliedern ist UCPCO zurzeit der kleinste unserer Handelspartner. Alle Mitglieder bearbeiten ihre Betriebe nach organischen Anbaumethoden.

Wir beziehen von UCPCO einen Teil unseres biologischen Kaffees.
Die exportfähige Produktion wird im Umfang von ca. 5 Containern an die MITKA und an die Gepa verkauft, zum kleineren Teil muss sie auf dem lokalen Mark abgesetzt werden.
UCPCO besitzt eine eigene Trockenverarbeitungsanlage, die sie aus den erwirtschafteten Überschüssen selber finanziert haben.

Die Mehrerlöse der letzten Jahre wurden einerseits in die Trockenverarbeitungsanlage investiert und andererseits in die Fincas der Mitglieder, die sehr dekapitalisiert waren, weil sie in Hauptkriegsgebieten lagen und erst wieder Anfang der 90er Jahre reaktiviert wurden.



COSATIN

Der 1997 gegründete Kleinbauernverbund COSATIN (Cooperativa de Servicios Agropecuarios Tierra Nueva) liegt nordöstlich von Managua in der Provinz Boaco.
Zur Zeit sind 500 Bauernfamilien in 25 Gemeinden organisiert. 380 Fincas sind von BIOLATINA (südamerikanische, von der EU und den US Behörden anerkannte Zertifizierungsorganisation) als "ökologisch" zertifiziert, der Rest befindet sich noch im Prozess der Umstellung. Mit der Umstellung auf ökologischen Landbau ist eine Diversifizierung der Produktion verbunden.

Wir beziehen von COSATIN einen Teil unseres biologischen Kaffees.
Die exportfähige Produktion von ca. 10 Containern wird überwiegend an die MITKA und andere Fairhandelsorganisationen verkauft.
COSATIN nimmt gezielt neue Mitglieder auf und unterstützt damit die biologische Landwirtschaft.
Als weiteres exportfähiges Produkt wird Honig erzeugt.
Nach mehrjähriger Vorbereitung verfügt COSATIN über ein Netz von 30 sogenannten "precertificadores". Sie wurden zusammen mit BIOLATINA ausgebildet und unterstützen den biologischen Anbau und die Vorbereitung auf die Zertifizierung.
Die Mehrerlöse gegenüber dem Weltmarktpreis kommen in erster Linie den ProduzentInnen zugute, die damit ihre Existenz sichern und ihre Produktion verbreitern können. Mit dem Anteil an die Dachorganisation wird deren Arbeit und der Kreditfonds gestärkt.



SOPPEXCCA

Der Kooperativenverbund SOPPEXCCA liegt im Norden von Nicaragua in der Provinz Jinotega.
Im Verbund sind 10 Kooperativen zusammengeschlossen. Zur Zeit sind 600 Mitglieder organisiert, davon 35 % Frauen.
SOPPEXCCA ist aus dem Verbund JIPROCOOP hervorgegangen, der 1997 durch betrügerische Machenschaften und Misswirtschaft pleite gegangen ist und dabei u.a. die MITKA wegen nicht eingelöster Vorfinanzierung in finanzielle Bedrängnis und Lieferschwierigkeiten gebracht hat. Diese Krise wurde mit einer neuen Frau an der Spitze und in einer Art Konkursverfahren unter Kontrolle gebracht. Seitdem entwickelt sich SOPPEXCCA zu einem zuverlässigen Handelspartner und zu einem ökonomisch stabilisierenden Faktor in der Region. Inzwischen sind die Verpflichtungen aus dem damals abgeschlossenem Vergleich erfüllt. SOPPEXCCA hat sich aber freiwillig dazu bereiterklärt, die Restschuld abzutragen.
Wir beziehen von SOPPEXCCA unseren konventionell angebauten Kaffee und inzwischen einen Teil des Biokaffees.
Die Bildungsarbeit konnte mit externen Mitteln ausgebaut werden mit Schwerpunkt auf Themen des organischen Kaffee Anbaus, Herstellung von organischen Düngemitteln, Formalisierung des Kreditwesens und Kaffeequalität.
Um die Qualität des Kaffees weiter zu verbessern und das Bewusstsein zu diesem Thema unter den Mitgliedern zu stärken, wurde ein eigenes Labor zur Kontrolle der Kaffeequalität eingerichtet.
Damit sind sie sehr erfolgreich: Im vergangenen Jahr haben drei Soppexcca-Kaffees beim nationalen Wettbewerb „taza de excelencía" Preise gewonnen.

Die Mehrerlöse werden zu einem kleiner werdenden Anteil noch zur Schuldentilgung eingesetzt, der Rest geht an die ProduzentInnen zur Sicherung ihrer Existenz. In Zukunft soll verstärkt in Bildung und Umwelt der Mitglieder und Dorfgemeinschaften investiert werden.



Kaffee aus El Salvador

La Cortadora: Kaffee für Land und Freiheit

Zusammen mit der Kaffeekampagne El Salvador (www.cafe-cortadora.de) vermarkten wir Kaffee aus El Salvador. Die Kaffeekampagne ist aus der Solidaritätsbewegung mit El Salvador hervorgegangen. In El Salvador ist die Landreform stecken geblieben. Der Kaffeeanbau, der Handel und die Verarbeitung ist weitgehend in den Händen von Kaffeebaronen. Um so wichtiger ist die Unterstützung der bestehenden Kooperativen. „La Cortadora" heißt „die Kaffeepflückerin". Die Bezeichnung soll an diejenigen erinnern, die die schwere Arbeit bei Kaffeeanbau und -ernte machen, ohne derzeit einen Lohn dafür zu erhalten, von dem sie leben können. Anders ist dies derzeit nur bei den alternativ gehandelten Kaffees. La Cortadora wird nach den Prinzipien des alternativen Kaffeehandels (s. vorne) gehandelt, ein Unterschied ist lediglich, dass die Vorfinanzierung nicht verzinst wird. Der Kaffee wird über den Kooperativenverband FESACORA bezogen. Der konventionelle Kaffee stammt von der Kooperative San Antonio. Durch den Mehrpreis ist sie in der Lage, die Produktionsbedingungen zu verbessern und soziale Angebote zu machen. Der Bio-Kaffee wird von der Kooperative Santa Adelaida produziert.

La Cortadora gibt es in den Röstungen mild (gemahlen und Bohne), entkoffeiniert, Espresso (gemahlen und Bohne) und Espresso entkoffeiniert (gemahlen und Bohne).





HandelspartnerInnen in Kolumbien, Mexiko und Bolivien

Unsere neuen Espresso-Sorten Biologo und Flor de Café sind Mischkaffees, die einen hohen Anteil von Kaffee aus Nicaragua, aber auch weitere Anteile aus anderen Anbaugebieten enthalten. Alle enthaltenen Kaffees stammen aus kontrolliert biologischem Anbau.

Aus Mexico kommt Café von der Cooperative Etnias Michizá in Oaxaca. In dieser Cooperative sind indigene Bevölkerungsgruppen organisiert, die durch gemeinsame Produktion und Vermarktung ihre Lebensbedingungen verbessern und Diskriminierung überwinden.

Aus Kolumbien stammt der Kaffee von den beiden Erzeugergemeinschaften ASPROVEGA und Nuevo Futuro, die im Süden des Landes in der Region Cauca gelegen sind. Hier kann die Schulung in biologischem Anbau und die Produktion von Biokaffee eine Alternative oder Ergänzung zum Kokaanbau sein.

Das gleiche gilt für die Erzeugergemeinschaft Union PROAGRO in der bolivianischen Provinz Carnavi.