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el rojito Blog

In diesem Blog schreiben einzelne elr@s zu Themen aus der Welt des solidarischen Handels.

Ana Carolina Amaya Tobar zu Gast bei el rojito

Im Rahmen der Lateinamerikatage 2018 war Ana Carolina Amaya Tobar am 13. 11. in den Räumen von el rojito zu einer Veranstaltung über die Auswirkungen des (neo)kolonialen Raubbaus auf die Gesellschaft El Salvadors.
Carolina Tobar ist Umweltaktivistin, Sozialarbeiterin und Feministin. In der ersten Funktion berät und unterstützt sie Gemeinden in ihrem Kampf um sauberes und bezahlbares Trinkwasser. In der zweiten Funktion unterstützt sie die Schulreform, die allen Kindern Zugang zu Bildung gewährt und durch Nachmittagsangebote verhindern will, dass die Kinder in die Bandenkriminalität abrutschen. Als Feministin kämpft sie gegen die horrenden Gefängnisstrafen, die für Abtreibung (oder einfach eine Fehlgeburt) verhängt werden und für eine soziale Absicherung von Frauen.
Erst gab Carolina  Tobar einen kurzen Überblick über die jüngere Geschichte des Landes, das seit der Unabhängigkeit von Spanien von 14 Familien, die sich den größten Teil des Landes teil(t)en, beherrscht wurde und wird.
Im 20. Jahrhundert gab es zwei Versuche diese Vorherrschaft zu beenden. In den 30er Jahren gab es einen Bauernaufstand, der blutig niedergeschlagen wurde, und von 1980 bis 1992 herrschte ein Bürgerkrieg, der mit einem Friedensabkommen beendet wurde.
Bis 2003 war die rechtsradikale ARENA die stärkste Partei. Dann gewann die linke FMLN erst die Mehrheit im Parlament und 2009 auch die Präsidentschaft (in El Salvador werden der Präsident und  das Parlament unabhängig voneinander gewählt).
Dieses Jahr im März wurde wieder die ARENA die stärkste Partei. Und das, obwohl sie einige der sozialen Errungenschaften durch die FMLN wieder abschaffen will.
So soll der Goldabbau wieder aufgenommen werden, was die ohnehin stark belasteten Trinkwasservorkommen noch weiter verseuchen würde, da die Goldvorkommen genau dort liegen, wo auch die meisten Flüsse entspringen. Außerdem will ARENA die Trinkwasserversorgung privatisieren, was zur Folge hätte, dass der größte Teil der Menschen sich kein sauberes Wasser mehr leisten kann.
Auf die Frage, warum die Menschen in El Salvador eine Partei wählen, die gegen ihre Interessen arbeitet, meinte Ana Carolina, dass die Menschen den Rechten ihre Vergehen eher verzeihen als den Linken. Und die linke Regierung hat es nicht geschafft, die hohe Gewalttätigkeit durch die (Jugend)banden und die weitverbreitete Korruption wirksam zu bekämpfen. Außerdem fehlt es der Regierung an Geld um die sozialen Projekte und Infrastrukturmaßnahmen in dem Ausmaß umzusetzen, wie es nötig wäre.


20 November, 2018 - 17:26 - karinelra