der Warenkorb ist leer

Summe: 0,00 €

el rojito Blog

In diesem Blog schreiben einzelne elr@s zu Themen aus der Welt des solidarischen Handels.

Blog #10 Managua 2018

Blog #10

 

Während wir hier in unserem Hotel im Viertel Martha Quezada sitzen hören wir von der Rotonda Hugo Chavez herüber die Musik von der Fiesta der regierungstreuen Nicaraguaner*innen schallen. Nur wenige Kilometer davon entfernt demonstriert die Opposition an der Rotonda Metrocentro für Demokratie und Gerechtigkeit und für ein Ende der staatlichen Repression.

 

Es gibt seit dem Scheitern der Verhandlungen immer wieder Übergriffe, bei denen es auch zu Toten kommt. Noch sind diese Konfrontationen vereinzelt, aber die Stimmung ist seit Beginn der Woche wieder sehr viel angespannter. Die Wahrscheinlichkeit, dass es noch zu einer friedlichen Lösung des Konflikts im Land kommt ist sehr gering. Am wahrscheinlichsten sind im Moment vor allem zwei mögliche Szenarien: Entweder, die Regierung schafft es, mit viel Repression und Gewalt wieder „Ruhe“ herzustellen. Oder es kommt in der nächsten Zeit zu einem offenen Konflikt zwischen den verschiedenen Lagern. Allerdings wird wahrscheinlich auch das erste Szenario früher oder später in einem offenen Konflikt enden.

 

Morgen früh werden wir mit einigen MITKA‘s nach Boaco aufbrechen, um die Kooperative Tierra Nueva zu besuchen. Dann werden auch wir aus der Hauptstadt herauskommen, in der es zwar viel Widerstand gibt, aber auch an vielen Stellen ein normales Leben. Wie lange wir für die Strecke, die normalerweise in etwa 1,5 Stunden zurückgelegt werden kann, brauchen werden wissen wir noch nicht. Vielleicht schaffen wir es in 4, es können aber auch acht Stunden werden.

 

Die „tranques“ (Straßensperren) lähmen das Land und sind der Regierung ein Dorn im Auge. Gerade Lastwagen und Busse kommen dort oft gar nicht durch. Die Kooperativen haben im Moment das Problem, dass der Kaffee fertig im Beneficio lagert, nicht zum Hafen transporteirt werden kann. Ambulanzen werden durchgelassen, Bekannte meist ebenfalls und alle paar Stunden auch Privatfahrzeuge. Zu Fuss ist die Passage in der Regel problemlos möglich. Die Bussbetreiber und auch die Taxiunternehmen haben sich auf die veränderte Situation eingestellt. Oft fahren die Busse für ein reduziertes Entgelt nur bis zum tranque, dort muss man diesen zu Fuss passieren, und auf der andern Seite gibt es dann die Möglichkeit, in einen anderen Bus zu steigen. Genauso funktioniert es mit den Taxen.

 

 

Magnus für die rojit@s


27 Mai, 2018 - 01:51 - m.kersting