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el rojito Blog

In diesem Blog schreiben einzelne elr@s zu Themen aus der Welt des solidarischen Handels.

Blog #13 Managua 2018

Blog #13

 

Unser letzter Tag in Boaco. Von unserer Mitreisenden, die am frühen Nachmittag einen Flug ab Managua hat, haben wir uns schon am Abend zuvor verabschiedet. Sie bricht am Morgen um 4:30 Uhr auf, um sicher in das nur etwa 90 Kilometer entfernte Managua zu gelangen. Es gibt keine tranques, sie kommt so durch und ist bereits am Flughafen, bevor wir überhaupt aufgestanden sind.

 

Um 7:00 Uhr holt uns Maribel Rosas, die Geschäftsführerin der Tierra Nueva gemiensam mit einem Techniker in unsrem Hotel ab und wir fahren zu Santiago, dem Präsidenten der kleinsten Basiskooperative mit nur 14 Mitgliedern.

 

Santiago erzählt uns von seiner Arbeit. Er hat 50 Manzanas Land, allerdings nur etwa 2 Manzanas Kaffee. Er hat Schweine und Rinder, Hennen sowie Bohnen, Mais und Zitrusfrüchte. Außerdem baut er für den Eigenbedarf Gemüse an. Der Techniker schneidet bei unserem Gang zum Cafétal einen Ast von einem Baum ab und schält danach die Rinde ab. Es ist Zimt und riecht sehr lecker.

 

Santiago hat zwei Töchter, eine ist 4 Jahre alt, die andere nur wenige Monate. Als sein Vater vor einigen Jahren gestorben ist, hat die Kooperative ihn für die Beerdigung finanziell unterstützt. Mit ihm auf dem Hof wohnt seine über 70 Jahre alte Mutter. Santiago ist 38 Jahre alt und hat erst vor wenigen Jahren geheiratet. Erst nach dem Tod des Vaters hatte er den Wunsch verspürt, eine eigene Familie zu gründen.

 

Wir sprechen über die aktuellen Entwicklungen bei der Tierra Nueva und wie wichtig es ist, zur rechten Zeit Kontrollmechanismen einzuführen, damit es keine Misswirtschaft gibt. Seine Frau reicht uns einen süßen Kakao aus am morgen frisch gemolkener Milch. Dazu gibt es selbst gebackene Kekse.

 

Zurück in der Kooperative sind noch ein paar Dinge zu besprechen, dann machen wir uns auf den Weg nach Managua. Wir lassen uns von der Kooperative noch bis zu der 13 Kilometer entfernten Kreuzung bringen, an der wir auf dem Hinweg am tranque hängen geblieben sind. Tom, der Praktikant der Mitka, der zuvor einige Monate bei Tierra Nueva für ein Praktikum verbracht hat kommt noch mit. Der tranque ist offen, Busse in beide Richtungen fahren und wir entscheiden uns, zum Abschied noch gemeinsam eine Quesadilla zu essen.

 

Anschließend warten wir etwa eine halbe Stunde auf den Bus, der zunächst voll ist, sich auf der Fahrt aber sehr leert. Alle tranques sind offen und wir erreichen am frühen Nachmittag Managua. Wir verlassen den Bus an einer Tankstelle und nehmen ein Taxi zu unserem Hotel. Dort angekommen erfahren wir von Tom, dem wir mitteilen wollen, dass wir gut angekommen sind, dass er auf der Rückfahrt an einem tranque hängen geblieben ist. Er wurde gerade vor ihnen aufgebaut. Irgendwann wurden sie durch eine Sperre durchgelassen, aber etwa eine halbe Stunde langnicht durch die zweite. Si hat er für die Rückfahrt in das nir 13 Kilometer entfernte Boaco fast genauso lange gebraucht wie wir für die Fahrt nach Managua.

 

Die Rotonda Chavez ist mittlerweile noch weiter abgesperrt. In Managua ist es nach den heftigen Auseinandersetzungen von gestern wieder etwas ruhiger geworden. Morgen, am 30.05., ist hier Muttertag. Die Opposition hat für diesen Tag zu einer großen Demonstration aufgerufen.

Doch auch das Regierungslager plant Veranstaltungen für diesen Tag. Es ist gut möglich, dass die Demonstrationen den Tag über friedlich verlaufen, sich aber am Abend die Wut entlädt und es zu Ausschreitungen kommt. Die große Frage ist wie sich sie Polizei und die paramilitärischen Kräfte verhalten.

 

Magnus für die rojit@s


30 Mai, 2018 - 06:47 - m.kersting