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el rojito Blog

In diesem Blog schreiben einzelne elr@s zu Themen aus der Welt des solidarischen Handels.

Blog #9 Managua 2018

Blog #9

 

Heute steht bei uns der erste Teil der Auswertung des Seminars an. Zunächst geht es mehr um die Organisation und die Logistik. Morgen werden wir dann zum inhaltlichen Teil der Auswertung kommen.

 

Der Ort am Rand von Managua hat uns alle überzeugt. Auch hat trotz der schwierigen politischen Lage im Land der Transport verhältnismäßig gut funktioniert. Trotz der durchweg positiven Resonanz sind wir der Auffassung, dass es eigentlich besser gewesen wäre, das Seminar in dieser Situation abzusagen. Es ist zum Glück nichts passiert, aber das hätte auch anders ausgehen können.

 

Sehr positiv war, dass mehr Frauen an dem Seminar teilgenommen haben. In Nicaragua ist die Beteiligung von Frauen auch beim letzten Seminar nicht das Problem gewesen. Viele Kooperativen hier werden von Frauen geleitet. Aus den anderen Ländern hingegen sind letztes Mal fast nur Männer angereist. Daher hatten wir uns entschlossen, den Kooperativen anzubieten, eine weitere Person zu senden, sofern es sich um eine Frau handelt. Dieses Mal waren nun aus El Salvador, Honduras und Mexiko auch Frauen anwesend. Schade ist, dass diesmal so wenige Jugendliche anwesend waren. Das war letztes Mal anders. Hier wollen wir beim nächsten mal versuchen, auch auf die Zusammensetzung einzuwirken.

 

Das die Landpartie ausgefallen ist wurde von allen sehr bedauert. Bei der Dauer des Seminars haben wir noch keine endgültige Meinung. Es war wenig Zeit für die inhaltliche Arbeit, aber gerade, wenn es auch noch eine Landpartie im Anschluss gibt, wird die gesamte Veranstaltung sehr lang. Bei den kulturellen Unterschieden mussten wir feststellen, dass die Frage der Religion an Bedeutung gewinnt. Es kam zumindest eine Rückmeldung, dass es verwundert hat, dass wir zum Beginn des Essens nicht gebetet haben. Manchmal fällt es uns schwer, einzuschätzen, was die Kooperativenmitglieder sagen, da sie denken, dass wir es hören wollen und was wirklich ihren Wünschen entspricht.

 

Heute morgen um 4 Uhr haben wir die Honduraner*innen zum Bus gebracht. Als wir Mittags ihren Anruf bekamen, dass sie in Tegucigalpa angekommen wind, waren wir sehr erleichtert. Mit den Mexikaner*innen waren wir noch bei „Mirna“ frühstücken und danach haben wir sie zum Flughafen gebracht. Einige Stunden später kam ein Anruf von Ihnen: Ihr Flug ist gestrichen worden, sie sind im 5-Sterne-Hotel untergebracht und werden mit Essen versorgt. Sie sind glücklich und werden morgen fliegen.

 

Die Nicaraguaner*innen aus dem Norden sind teilweise bereits heute Mittag zu Hause gewesen, womit wir gar nicht gerechnet haben.

 

Heute sind die Busse Richtung Norden von Managua gestartet. Dies soll in den nächsten 72 Stunden möglich sein. Busse aus dem Norden nach Managua fahren hingegen im Moment nicht. Aus Boaco, wo die Kooperative Tierra Nueva liegt, haben wir heute erfahren, dass es zwei Tote gegeben hat, als eine Straßensperre, hier als „tranque“ bezeichnet, von regierungstreuen Nicas gestürmt wurde. Klar ist hier im Moment, dass es keinen Sinn hat, mehr als einen Tag im Voraus zu planen, was man macht.

 

Magnus für die rojit@s


26 Mai, 2018 - 08:04 - m.kersting