el rojito Blog

In diesem Blog schreiben einzelne elr@s zu Themen aus der Welt des solidarischen Handels.

Kooperativenbesuch Blogeintrag#2

Drei Kooperativen haben wir nun schon besucht, allesamt sehr unterschiedlich und besonders auf ihre Art. Da ist auf der einen Seite die Gruppe Guardabarranco, die 56 Mitglieder hat, von denen allerdings nur 13 Biokaffee anbauen und die gerade mal einen knappen Container füllen, der komplett an die Mitka geht. Auf der anderen Seite steht SOPPEXCCA, eine Dachkooperative, die 16 Basiskooperativen mit 620 Mitgliedern unter sich vereint. SOPPEXCCA hat in der letzten Ernte 52 Container exportiert, davon waren zwei für die Mitka. Miraflor ist eine Dachkooperative mittlerer Größe, acht ihrer zwölf Basiskooperativen produzieren Biokaffee, von denen die Mitka zwei Container importiert.

Was hat uns bei den Besuchen bisher am Meisten beeindruckt? Es ist auf jeden Fall das hohe Engagement der Produzent*innen und der Kooperativenleitungen. Über die letzten Jahre haben sich alle drei Organisationen trotz unterschiedlicher Krisen stabilisiert und bieten ihren Mitgliedern Sicherheiten und Möglichkeiten, die sie außerhalb der Organisationen nicht fänden. So sagt beispielsweise der Produzent Luis Rodriguez von der Kooperative Guardabarranco: „Meine Nachbarn fragen mich, wie ich mit meinem relativ kleinen Stück Land über die Runden komme. Und ich antworte ihnen: Ich schaffe das, weil ich mir keine Sorgen um den Preis machen muss. Egal wie der Weltmarktpreis ist, ich weiß immer, dass ich genug mit meinem Kaffee verdienen werde“. Dabei sah es in Guardabarranco in den letzten Jahren nicht gerade rosig aus: Mehrere zentrale und hochengagierte Mitglieder starben, und die Verbliebenen mussten sich das Know-How zu Export und Biozertifizierung mühsam selbst aneignen. Mittlerweile ist das Wissen auf mehrere Mitglieder verteilt, und die Stimmung in der Gruppe am Tag unseres Besuchs auffallend fröhlich und vertraut. Gemeinsam mit allen Bioproduzent*innen wandern wir zu den Kaffeefeldern der Produzent*innen Pablo Tercero, Damaris Rodriguez und dem neu dazugekommenen Francisco Irias, später werden wir im Haus des Schatzmeisters Victor Torres mit einer leckeren Suppe versorgt und sitzen noch länger zusammen, um über aktuelle globale Entwicklungen zu philosophieren.
Während wir in Guardabarranco eher den Eindruck haben, dass die Vorteile, Mitglied in der Kooperative zu sein, vor allem in der Preisstabilität, dem persönlichen Miteinander und der gegenseitigen Unterstützung liegen, lernen wir in den großen Organisationen wie SOPPEXCCA und Miraflor bemerkenswerte Projekte kennen, die den Mitgliedern zugute kommen. Beide Dachkooperativen werden von Frauen geleitet, die es auf beeindruckende Weise schaffen, das Wohl der Mitglieder ebenso im Auge zu behalten wie die Wünsche der internationalen Käufer*innen. Dazu in den nächsten Tagen mehr!

Wenn Ihr die Arbeit der hier vorgestellten Kooperativen unterstützen möchtet, findet Ihr bei uns eine Reihe von Möglichkeiten, das zu tun: Beispielsweise über eine Bestellung in unserem Onlineshop oder über ein Kleindarlehen, das uns die Vorfinanzierung des Kaffees in der nächsten Ernte ermöglicht. Und natürlich vor allem, indem Ihr mit Euren Freunden und Bekannten sprecht und ihnen den Kaffee weiter empfehlt!


16 Februar, 2020 - 19:38 - christiane