el rojito Blog

In diesem Blog schreiben einzelne elr@s zu Themen aus der Welt des solidarischen Handels.

Praktikumsbericht Combrifol #2

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Zu Beginn der vergangenen Woche war COMBRIFOL unterwegs, um verschiedene Materialien an die Produzenten und Produzentinnen der Kooperative auszuliefern. Die Materialien werden im Rahmen von sozialen Projekten durch die beiden NGOs Trocaire (Irland) und Manos Unidas (Spanien) finanziert. Beide NGOs unterstützen COMBRIFOL dabei, die Handlungsmöglichkeiten der Produzenten und Produzentinnen, die zum größten Teil den indigenen Lenca angehören, zu verbessern. Neben dem Schwerpunkt auf alleinerziehende Frauen, die als Produzentinnen bei COMBRIFOL aktiv sind, unterstützen die beiden europäischen Organisationen die Kooperative bei allgemeinen Aktivitäten des Kaffeeanbaus, um die Einkommensmöglichkeiten zu steigern. In diesem Sinne wurden in der vergangenen Woche Kaffee-Setzlinge (Café en vivero) an ausgewählte Produzenten und Produzentinnen ausgeliefert - jeweils 150 – 250 junge Pflanzen! Die Auswahl der Produzenten und Produzentinnen wurde aufgrund der aktuellen Situation auf deren Fincas vorgenommen: Wie im letzten Bericht erwähnt, schädigt die Pilzerkrankung „Roya“ den Pflanzen und hat in den letzten Jahren dazu geführt, dass einige der Produzenten und Produzentinnen einen Teil der Kaffee-Pflanzen aufgeben und die Fläche brachliegen lassen mussten. Nach einer mehr als zweijährigen Erholungsphase können diese Flächen nun wieder für den Kaffeeanbau genutzt und durch neue Pflanzen aufbereitet werden. Im August und September ist die beste Zeit, um die kleinen Setzlinge einzupflanzen: Durch den regelmäßigen Regen können die kleinen Pflanzen aktuell besonders gut Wurzeln schlagen und wachsen, bevor in den kommenden Monaten die eher trockene Phase des Jahres beginnt. Würden die Pflanzen früher in die Erde gesetzt, könnten sie den täglichen und sehr heftigen Regengüssen nicht Stand halten. Wichtig ist zudem noch anzumerken, dass auf den Flächen nicht nur Kaffee angebaut wird, sondern dass diese zudem durch den Anbau von anderen Pflanzen, wie (Koch)Bananen-Palmen, Gemüse oder Fruchtbäumen ergänzt werden. Dies beugt den Befall von Schädlingen vor und schützt vor einer Erosion der Böden, denn der Hochland-Kaffee von COMBRIFOL wird an steilen Hängen angebaut. Ebenso wurden die alleinerziehenden Produzentinnen mit notwendigen Materialien für den Bau von Hühner- und Schweineställen beliefert – Maschendraht, Ziegelsteine, Sand und Beton. Jorge, der in der Kooperative für die technische Beratung zuständig ist, kennt sich nicht nur mit den Rahmenbedingungen im Kaffeeanbau, sondern insgesamt in der Landwirtschaft sehr gut aus und unterstützt die Produzenten und Produzentinnen ganzjährig bei der Instandhaltung der Fincas und bei allen Fragen, die bei Anbau von Kaffee anfallen. Da er viel Zeit auf den Fincas verbringt, hat er ein besonders enges Verhältnis zu den Produzenten und Produzentinnen der Kooperative.


3 Oktober, 2016 - 21:54 - m.kersting