el rojito Blog

In diesem Blog schreiben einzelne elr@s zu Themen aus der Welt des solidarischen Handels.

Reisebericht 2016 #10

Mit dem Besuch bei UCPCO haben wir heute unsere Nicaraguarundreise begonnen.

Nach dem Frühstück im Comedor in Managua machen wir uns gegen 9.00 Uhr auf die Reise nach Norden auf. Zuvor haben wir es noch geschafft, die Hotelleitung davon zu überzeugen, sich um das Internet zu kümmern, so dass wir unsere Mails absenden konnten. Einmal quer durch die Stadt, vorbei am Flughafen und durch die Freihandelszone geht es Richtung Estelí und bis nach Palacaguinea. Nach einer Mittagspause bei Condega, die durch die extreme Langsamkeit des Kellners länger wird als geplant, kommen wir mit leichter Verspätung im Beneficio von Prodecoop an. Dort treffen wir die Catadora Nohemi, den Geschäftsführer Jorge und zwei aus dem Vorstand, Nicolas und Hector, die wir alle bereits von früheren Besuchen kennen.

Die Kooperative hat sich dieses Jahr wieder darauf beschränkt, ihren Kaffee im Beneficio von Prodecoop verarbeiten zu lassen. Dies war bereits vor zwei Jahren der Fall, als ihr eigenes Beneficio „Los Lirios“ mit einer Hypothek belegt war und sie Sorge hatten, dass der Kaffee dort gepfändet werden könnte. Letztes Jahr haben sie einen Teil in „Los Lirios“ verarbeitet und einen Teil bei Prodecoop. Sie haben aber durchgerechnet, dass die Verarbeitung im Beneficio von der Prodecoop für sie billiger ist als die Verarbeitung im eigenen Beneficio. 5 Monate im Jahr fährt Noemi so die 1,5 Stunden nach Palacaguinea zur Arbeit. Die Zusammenarbeit mit Prodecoop scheint sehr gut zu klappen.

Als wir davon berichten, dass die Kooperative Las Lajas in El Salvador ihr Land gemeinsam bearbeitet und nicht alle Soci@s ihre eigenen Parzellen haben, wie es mittlerweile in Nicaragua üblich ist, erzählt uns Jorge, dass bei ihnen die Bienenzucht kollektiv betrieben wird. Den Honig vermarkten sie lokal. Dies ist wesentlich profitabler als der Export, da sich auf dem heimischen Markt mit dem Direktvertrieb höhere Preise erzielen lassen. Nach dem kurzen Gespräch bereitet Nohemi eine Catación mit zwei Mustern von Kooperativenmitgliedern der UCPCO vor. Der Kaffee ist sehr lecker, allerdings ganz anders als der, den wir in Honduras probiert haben. Wesentlich weniger fruchtige Säure, dafür eher nussig und mit einem vollen Mundgefühl.

Nach einem kurzen Rundgang durch das Beneficio fahren wir weiter nach San Juan. Die Straße ist mittlerweile perfekt. Derzeit wird eine neue Brücke über den Rio Coco gebaut, die wesentlich höher als die bisherige ist. Auf dem Weg kommen wir an „Los Lirios“ vorbei, wo auf den Trockenhöfen nur etwas Café Natural liegt.

Gegen 17 Uhr erreichen wir San Juan, wo wir uns noch das neue Büro der Kooperative anschauen. Dieses haben sie angemietet, nachdem das Arbeitsministerium sie mit einer Strafe belegt hat, da die Arbeitsplätze nicht den gesetzlichen Bestimmungen entsprochen haben.

Im Hotel Amanecer bekommen wir gegen 6 Uhr unser Abendessen, Reis mit Bohnen, Ei, Käse und gebratene Banane, und machen danach noch einen kleinen Rundgang durch das mittlerweile dunkle San Juan. Wir wollen schauen, ob das Restaurant, in dem wir vor zwei Jahren waren, noch existiert. Es ist noch da und wir freuen uns auf den nächsten Abend.

Morgen werden wir zwei Soci@s besuchen und ein Treffen mit dem Vorstand im neuen Büro haben.


9 Februar, 2016 - 03:49 - m.kersting