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2. Interview mit Victor Enrique Cordero Ardila vom 18. Januar

Die Geschichte Eures eigenen Kaffees ist ein Beispiel für andere. Wie kam es dazu und bis wohin funktioniert der Vertrieb von Café Tima?

Für uns ist es mit dem Verkauf der Bohne eben nicht vorbei. Kaffeeanbau hat viele Facetten und es geht uns darum unseren Mitgliedern neuen Einnahmequellen aus und um die Bohne zu erschließen. Das ist eines der Ziele des Red Ecolsierra – wir haben immer auf Qualität gesetzt und aus dem Jahr 2005 datiert ein Projekt, wo wir erstmals unseren eigenen Kaffee geröstet haben, ihn  probiert analysiert und ihn auf lokaler Ebene verkauft haben. Klar ist dabei auch herausgekommen, dass unser Kaffee bestimmte Charakteristika hat. Damals wurde uns empfohlen eine eigene Marke aufzubauen und so ist Café Tima entstanden, was übersetzt Kaffeeernte heißt. Seitdem haben uns internationale Organisationen, wie die UN, beim Design des Etiketts und Verpackung geholfen, uns bei Marketing und Co. beraten, so dass wir heute deutlich professioneller da stehen.

Probleme gab es allerdings bei der gleichbleibenden Röstqualität, so dass wir uns vor drei Jahren entschieden haben das Rösten in die eigenen Hände zu nehmen und den Vertrieb zu erweitern. Wir verkaufen in Cartagena und Barranquilla, sind in Bio-Supermärkten präsent und haben unsere Präsenz ausgebaut, wozu eben auch der Ausbau der Röstkapazitäten gehört.

Also wäre es auch möglich, dass EL Rojito Café Tima ins Angebot nimmt?

Ja, natürlich Generell arbeiten wir daran unseren Kaffee geröstet und gemahlen in den Handel zu bringen – den nationalen und langfristig auch den internationalen. Das ist Teil unseres Konzepts.

Wie viele Container exportiert Red Ecolsierra derzeit?

Ungefähr sechzig sind es im Jahr. 25 Prozent verkaufen wir über unsere eigene Exportagentur und den Rest über verschiedene andere Organisationen.

Wie werden die Produktionspreise beim Red Ecolsierra berechnet?

Dafür ist unsere technische Abteilung verantwortlich, die das berechnen und dazu gehört die Kalkulation der Basiskosten der Produktion und der restlichen Kosten. Derzeit aktualisieren wird diese Kostenkalkulation und können nicht genau sagen wie die eigentlichen Kosten aussehen. Vor drei Jahren lagen sie bei 5400 bis 5500 Peso pro Kilogramm Kaffee. Legt man diesen Preis an, sieht es nicht so gut aus für uns, denn der Basispreis auf dem Weltmarkt iegt derzeit nur bei 5600 Peso – wir profitieren allerdings von den Zuschlägen und das macht für uns derzeit den Unterschied. Für eine Familie, die 1000 Kilogramm produziert, sind die hundert Peso zwischen Produktionspreis und Weltmarktpreis zu wenig. Genau deshalb versuchen wir das Produkt, eben den Rohkaffee, hier zu verarbeiten und weitere Produkte zu kreieren.

Welche sind das?

Die Bienenzucht, wir versuchen die Honigproduktion auszubauen, und der Aufbau des ländlichen Tourimus, wir wollen Kaffeeliebhabern den Besuch der Fincas anbieten. Das ist ein Trend, der sich auch anderswo abzeichnet und dem wollen wir folgen – der Friedensvertrag macht es möglich. Zudem ist es spannend für uns aus erster Hand zu erfahren, was die Konsumenten wollen.

Wann wurde diese neue Strategie entwickelt?

Ende 2016/Anfang 2017 haben wir den neuen Entwicklungsplan, der bis 2021 reicht entwickelt und im Zentrum steht die Entwicklung der Farmen, die Verbesserung der Infrastruktur und des Angebots.