Café Vela

Was hat Bio-Kaffee mit Klima zu tun? Abgesehen vom Energieverbrauch beim Rösten und bei der Zubereitung spielt vor allem der Transport eine große Rolle. Der Transportsektor ist das Rückgrat der Globalisierung und auch wir müssen den Kaffee irgendwie über den Atlantik bringen. Zum Fairen Handel oder besser gesagt zum solidarischen Handel gehört deswegen auch die Auseinandersetzung mit dem Transport. Hier in Hamburg transportieren wir den fertigen Kaffee meist mit Lastenfahrrädern, aber über den Ozean kommt der Kaffee mit Frachtschiffen. Die heutige Frachtschifffahrt ist zu einem bedeutendem Teil verantwortlich für Klimakatastrophe und Ausbeutung.

Die Seeschifffahrt – ein Klimakiller

Keine andere Branche zerstört das Klima so sehr wie die Hochseeschifffahrt. Frachtschiffe werden mit Schweröl betrieben, dem giftigsten und klimaschädlichsten Treibstoff überhaupt. Die 15 größten Schiffe produzieren laut Nabu im Jahr so viele Schadstoffe wie 750 Millionen Autos. Weltweit stößt die Schifffahrt ca. 1 Milliarde Tonnen Kohlendioxid aus sowie Unmengen an Schwefeloxiden, Stickoxiden, Rußpartikeln, Schermetallen und Feinstaub. Die modernen Frachtschiffe sind eigentlich schwimmende Sondermüllverbrennungsanlangen.

… und Ausbeuter

Dazu kommen die Arbeitsbedingungen, die alles andere als solidarisch sind. Mit dem Ausflaggen von Schiffen und später der Einführung des Zweitregisters werden Arbeits- und Umweltgesetze unterlaufen und Steuern gespart. Dadurch sind die Seeleute praktisch rechtlos. Ihnen wird eine minimale Heuer gezahlt und sie sind den Reedereien ohne arbeitsrechtliche Rückendeckung schutzlos ausgeliefert. Diese Entwicklung hat die Frachtkosten immer weiter gesenkt und hat damit den Welthandel in der heutigen Form erst möglich gemacht. Der Transport eines Konsumartikels von Shanghai nach Hamburg ist so teuer wie der Transport von Hamburg nach Bielefeld.

in der Hand weniger Konzerne

Moderne Frachtschiffe sind so groß, dass sie schon lange nicht mehr im Besitz kleiner Reedereien sind. Die Investitionskosten sind immens, sodass nur kapitalstarke Unternehmen auf dem Markt überleben. Die letzte Krise hat zu einer weiteren Konzentration bei den Reedereien geführt. Es haben sich einige wenige Konsortien gebildet, die die Marktmacht unter sich aufteilen. Mal wieder gibt es systemrelevante Konzerne, deren Verhalten nicht mehr von politischen Institution reguliert werden kann.

Ein Abenteuer mit der Avontuur

Wir werden dieses Jahr 2t Kaffee mit einem Frachtsegler, der Avontuur, über den Atlantik bringen. Auf dieser Reise wird kaum CO2 verbraucht und keine Schadstoffe ausgestoßen. Das knapp 50m lange Segelschiff ist vor kurzem zum modernen Frachtsegler umgebaut worden und kreuzt den Atlantik mit unserem Kaffee. Es ist uns klar, dass das keine wirkliche Alternative ist. Aber es ist ein Symbol. Ein Symbol dafür, dass es auch anders gehen muss! Wir wollen den Kaffee nicht mit den Klimakillern und Ausbeutern transportieren, wir wollen eine klimafreundliche und solidarische Lösung. Wir wollen, dass der Welthandel nicht zu Klimakatastrophe und Ausbeutung führt.

café vela

Im Mai kommt die Avontuur in Hamburg an. Wir werden das Einlaufen des Schiffes mit einem Fest begleiten und den Kaffee vom Anleger mit Lastenfahrrädern in unser Lager bringen. Der Kaffee wird danach handgeröstet und als café vela verkauft werden.