Freitag 28. Februar

Glasmeyer Landhaus
Kalckreuthweg 90
22607 Hamburg
 
Am Donnerstag den 27. und Freitag den 28. Februar kommt el rojito mal wieder nach Klein Flottbek. Im Gepäck unserer köstlicher Biologo Mild und Biologo Espresso. Den gibt es zwar schon lange aber 2020 kommt er im neuen Design daher. Auch uns, den Verein el rojito e.V. gibt es nun schon seit über 30 Jahren und er schaut auf eine bewegte Geschichte zurück. Ihren Anfang nahm diese 1987 in der Solidaritätsbewegung mit Nicaragua. Das Ziel war damals, durch die Unterstützung der sandinistischen Bewegung sowie ländlicher und demokratischer Strukturen an der Befreiung von der Interventionspolitik der USA mitzuwirken. Zu dieser Zeit bildete der Kaffeehandel nur einen Teil des Tätigkeitsspektrums el rojitos, das auch die Organisation von Brigaden und Veranstaltungen umfasste.

Kaffeehandel mit kleinbäuerlichen Kooperativen - Eine Alternative zu profitorientierten Handelsformen

Ziel des Handels mit kleinbäuerlichen Kooperativen ist die langfristige Absicherung der Lebensgrundlage möglichst vieler Produzent*innen und ihrer Familien. Dies ist trotz vieler globaler Veränderungen heute noch mindestens genauso wichtig wie damals zu den Gründungszeiten el rojitos. Denn zu den Herausforderungen der unsteten Weltmarktpreise und Absatzmärkte sind ökologische Probleme hinzugekommen: Plagen und massive Auswirkungen der Klimakrise erschweren die Produktion.

Die Selbstorganisation in basisdemokratischen Kooperativen ermöglicht es den Produzent*innen, ihre Autonomie zu bewahren, den ökonomischen und ökologischen Herausforderungen gemeinsam zu begegnen und unabhängiger von großen Konzernen und Banken zu sein. Die Kooperativen, mit denen el rojito seinen Kaffeehandel betreibt, haben zwischen 50 und 700 Mitglieder. Je nach Größe und geographischer Lage stehen sie vor unterschiedlichen Aufgaben: Während manche ihre Produktion auf Kakao, Honig oder Kardamom ausweiten, um weniger abhängig vom Kaffee zu sein, setzen andere ein Programm zur Erneuerung der Kaffeepflanzen ihrer Mitglieder um, statten deren Kinder mit Schulbüchern aus oder richten eine Gesundheitsstation ein. All dies ist möglich, weil der von el rojito gezahlte Preis sogenannte Sozial- oder Kooperativenprämien enthält, die nicht an die Produzent*innen ausgezahlt werden, sondern der Gemeinschaft zugute kommen. Ein gutes Beispiel dafür ist der Rohkaffee in unserem Biologo Mild aus Mexiko. Er kommt von der Kooperative:

Yeni Navan/ Etnias Michizá

Lage
Sitz des Büros ist in Oaxaca Stadt

Größe
Die Kooperative ist über mehr als 40 Gemeinden und sechs Sprachgrenzen hinweg verstreut. 30 Prozent der etwa 1000 Mitglieder sind Frauen.

Gründung
1985

Kaffeeanbau
Auf 900 bis 1500 Meter werden ausschließlich Arábica Sorten (Mundo Novo, Bourbón) angebaut.

Der Kooperativenzusammenschluss Yeni Navan ("Lebendiges Licht") ist auch unter dem Namen Michiza bekannt. Dieses Kürzel steht für die Anfangsbuchstaben der fünf indigenen Ethnien, aus denen die Mitglieder stammen: Mixtecos, Chinantecos, Chatinos, Cuicatecos und Zapotecos. Von Yeni Navan wird in diesem Jahr (2015) unser gesamter Mexiko Kaffee kommen.
Yeni Navan wurde 1985 gegründet, um dem Verfall der Weltmarktpreise für Kaffee eine Vermarktung ohne Zwischenhändler_innen entgegenzusetzen. Mit den Mindestpreisen und verbindlichen Handelsbeziehungen des fairen Handels konnten die Mitglieder wieder eine langfristige Perspektive gewinnen.
Yeni Navan vermarktet den Kaffee seiner Mitglieder und berät in technischen Schulungen zum Kaffeeanbau, wie Qualität und Ertrag gesteigert werden können. Besonderen Wert legt die Organisation auf den biologischen Anbau, bei dem die Kaffeebäuer_innen unterstützt werden. Der Bio-Rohkaffee wird von der lokalen Zertifizierungsorganisation Certimex zertifiziert.

Beeindruckend ist die für das Funktionieren der Kooperative notwendige Logistik: die Mitglieder sprechen sechs völlig unterschiedliche Sprachen und die 43 kleinen Comunidades (Dorfgemeinschaften), in denen sie leben, liegen weit verstreut - die dem Büro nächstgelegene ist fünf Stunden Fahrzeit entfernt. Zu den Generalversammlungen, die alle zwei Monate stattfinden, kommen dennoch immer alle 43 Delegierte aus den Comunidades.

Die Sozialprämie, die die MITKA für den Kaffee von Yeni Navan bezahlt, wandert vollständig in einen Kapitalisierungsfonds. Er soll die Kooperative von externen Krediten und der Vorfinanzierung durch die Käufer_innen unabhängiger machen und gewährleisten, dass bereits dann Geld an die Kaffeebäuer_innen ausgezahlt werden kann, wenn üblicherweise die so genannten Coyotes (kommerzielle Aufkäufer) in der Region an die Türen klopfen und Bargeld für den noch zu erntenden Kaffee anbieten - zu meist deutlich schlechteren Preisen oder zu hohen Zinssätzen.

Von Yeni Navan bekommen die Kooperativenmitglieder bereits vor der Ernte eine Abschlagszahlung von etwa 30 - 40 %. Ein weiteres Drittel erhalten sie bei Ablieferung der Ernte und die Abschlusszahlung erfolgt dann nach der Abrechnung der gesamten Exportsaison.

Toll schmecken tut unser 100% Bio-Arabica Kaffee Biologo Mild auch noch. Kommen sie doch auf eine Tasse bei Glasmeyer vorbei.