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Hintergrund Nicaragua

Nicaragua wurde durch die sandinistische Revolution von 1979 in der Welt bekannt. Eine siegreiche Guerrilla und ein Volksaufstand beendeten eine 46jährige Diktatur. Es startete eine große Alfabetisierungskampagne und ein Netz zur Gesundheitsversorgung wurde aufgebaut. Schwerpunkt war der ländliche Raum. Bei der Umverteilung des Landes der Großgrundbesitzer_innen wurden besonders Kleinbäuer_innen berücksichtigt, die Bildung von Kooperativen wurde gefördert und staatliche Agrarbetriebe dort geschaffen, wo Produktionsanlagen durch Bauern nicht betrieben werden konnten. In dieser Phase entstand auch el rojito als Teil der deutschen Solidaritätsbewegung.

Nach wechselnden Regierungen in den 90er Jahren regiert seit 2006 wieder der sandinistische Präsident Daniel Ortega. Die vorrangigen Aufgaben des Landes -namentlich der Aufbau einer Zivilgesellschaft und eines Rechtssystems, Schul- und Universitätsbildung für alle, Infrastrukturmaßnahmen, Verteidigung und Vollendung einer Landreform- sind immer noch nicht eingelöst. Sie werden heute von sozialen Bewegungen von Frauen, Selbsthilfeorganisationen, ökologischen Netzwerken und Kooperativen weitergetragen und eingeklagt gegen eine Regierung, die auf Vetternwirtschaft und politischen Paternalismus setzt. Aus Nicaragua ist ein kapitalistisches, in den Weltmarkt eingebundenes Land geworden; die ehemaligen Staatsbetriebe sind wieder privatisiert und agieren am kapitalistischen Markt. Das Land ist wieder zur Ware geworden. Ausländische Investoren sind gern gesehen.

Auch das in der Agrarreform verteilte Kooperativen- und Kleinbauernland wird wieder verkauft. Nicaragua hat in den letzten Jahren seine Nahrungsmittelproduktion deutlich gesteigert. Nahrungsmittel werden nach Zentralamerika und Venezuela exportiert. Dafür sorgen sowohl die Förderung privater Kleinbauernfamilien als auch die Produktion der Agrarindustrie.

Die Kooperativen und Bauernvereinigungen betreiben eine nachhaltige Landwirtschaft, widersetzen sich dem Landgrabbing und fordern vom Staat die Unterstützung dafür. Indem sie eine solidarische Ökonomie entwickeln wollen,verteidigen sie nur die in den Jahren der Revolution gewonnenen Rechte und ihre Würde als Produzent_innen. Ihr Konzept der Ernährungssouveränität beinhaltet Landreformen, die Achtung der Rechte der Bäuer_innen und Landarbeiter_innen sowie das Menschenrecht auf Nahrung, die Ablehnung des Einsatzes von Gentechnik in der Landwirtschaft, den Schutz von Kleinbäuer_innen vor billigen Importen und soziale Gerechtigkeit.

Für viele Familien sind der Faire Handel und eine solidarische Ökonomie die verlässlichsten Größen. Viele unserer Handelspartner_innen investieren die Mehrzahlungen aus dem Fairen Handel für ihre Mitglieder in Bildung und Infrastruktur.