Iota trifft Kooperativen

Kurz hintereinander haben zwei starke Wirbelstürme große Verwüstungen in Zentralamerika angerichtet. Nach dem ersten, Eta, meldeten viele der Lieferkooperativen vor allem Straßenschäden. Beim zweiten, Iota, der nur 13 Tage später wütete, sind nun starke Schäden an Häusern und Kaffeefeldern und möglicherweise sogar Tote oder Verletzte zu beklagen.

Besonders besorgniserregend ist, dass durch anhaltende Niederschläge weiterhin die Gefahr von Erdrutschen besteht. Dies bedroht vor allem die Arbeiter*innen in den Feldern, die Pflücker*innen und die gerade beginnende Kaffeeernte. In vielen Regionen sind die Mais- und Bohnenfelder stark zerstört, sodass die Lebensmittelversorgung in den nächsten Monaten sehr problematisch wird. Der Verlust bei der Kaffeeernte ist noch nicht abzuschätzen, könnte aber durch abgeknickte Bäume und zu Boden gefallene Kirschen erheblich ausfallen.

Die Lage in den Kooperativen in Nicaragua

In der Kooperative Reynerio Tijerino sind alle gesund. Manche Straßen sind kaputt und einige Bäume in den Kaffeefeldern umgestürzt, aber im Großen und Ganzen sehen sie sich als weniger betroffen. Ebenso ist es bei der Guardabarranco, wobei sie die Schäden in den Kaffeefeldern noch nicht evaluiert haben. Miraflor hat auch keine Verletzten zu beklagen, aber berichten von einem Verlust von 80 % der Bohnen- und 90 % der Maisernte. Die Kaffeeente wird auch betroffen sein, etwa 15 % der Bäume in den Kaffeefeldern wurden umgerissen. Einige Häuser wurden beschädigt.

Die Region Wiwilí, wo die Kooperative La Providencia angesiedelt ist, ist am stärksten verwüstet. Ivania, die Präsidentin von La Providencia, berichtet von zerstörten Wohnhäusern und von Toten. Hier werden sicher noch gravierende Berichte kommen, wenn der Kontakt zu den comunidades wieder aufgenommen werden konnte. Von SOPPEXCCA gibt es zu Eta einen informativen Bericht, den Ihr unten zum Download findet. Zu Iota gab es bisher noch keine Rückmeldung. Die Region ist allerdings ebenfalls stark betroffen. Schon nach dem Hurrikan Eta wurde eine Kaffeeernteeinbuße von 15-30 % genannt. In Boaco (Kooperative Tierra Nueva) gibt es keine verletzten Kooperativenmitglieder.

El Salvador und Honduras

In Las Lajas hat der Hurrikan keine dramatischen Schäden angerichtet, aber die Mais- und Bohnenernte ist beeinträchtigt, ebenso die Kaffeeernte. Von COMBRIFOL gibt es noch keine Rückmeldung. Marcala liegt jedoch in einer weniger betroffenen Region in Honduras.

Solifonds zum Wiederaufbau

Gemeinsam mit den anderen Gruppen unserer Importgemeinschaft haben wir einen Solifonds für die Lieferkooperativen ins Leben gerufen. Wir sammeln die Spenden zentral beim Heidelberger Partnerschaftskaffee e.V., der sie dann direkt an die Kooperativen weiterleitet. Sie werden für die Erneuerung der zerstörten Kaffeefelder verwendet. Spendenquittungen werden ab 200 Euro ausgestellt, bei niedrigeren Beträgen reicht der Kontoauszug.

Bankverbindung:

Heidelberger Partnerschaftskaffee e.V.

Verwendungszweck: Solifonds Hurrikan (+ Adresse, wenn über 200 Eur)
IBAN: DE92 6725 0020 0003 5511 72
BIC: SOLADES1HDB

 

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