Montag 14. Dezember 2020

 

Protestaktion gegen Landgrabbing

und für ein ambitioniertes Lieferkettengesetz

vor der Firmenzentrale der Neumann Kaffeegruppe,
Hafencity, Coffee Plaza, Am Sandtorpark 4,
20457 Hamburg
 
Liebe Freundinnen und Freunde des solidarischen Handel(n)s
Auch wir von el rojito fordern ein ambitioniertes Liferkettengesetz und u.A. auch damit einen Kaffee-Handel, der nicht auf Ausbeutung, Vertreibung, Landgrabbing,
Neokolonialismus, Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstöhrung basiert.
Wir werden am Montag den 14.12. um 10.00 Uhr mit ein paar heissen Kannen Bio-Kaffee, natürlich von selbstverwalteten Kooperativen
und wärmendem Tee vor Ort am Sandtorpark 4 sein und die Protestaktion unterstützen. Kommt doch auch!
Montag 14.12., 10 Uhr
 
Protestakaktion Neumann Kaffeegruppe
vor der Firmenzentrale der Neumann Kaffeegruppe,
Hafencity, Coffee Plaza, Am Sandtorpark 4
 
"Wir machen mit einer Protestaktion vor der Firmenzentrale der Neumann Kaffeegruppe aufmerksam auf die Vertreibung von ca. 4000 Menschen , die im Vorfeld der Errichtung einer Kaffeeplantage der Neumann-Kaffee-Gruppe stattgefunden hat. Wir weisen auf die Verantwortung des Konzerns hin und fordern, dass der Konzern eine angemessene Entschädigung leistet. Wir fordern zudem die
Verabschiedung eines ambitionierten Lieferkettengesetzes, damit derartige Fälle in Zukunft vermieden werden bzw. Opfer von Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit den Lieferketten deutscher Unternehmen in Zukunft leichter Zugang zu Beschwerdemechanismen und Entschädigung bekommen.
 
Ort der Aktion:
vor der Firmenzentrale der Neumann Kaffeegruppe,
Hafencity, Coffee Plaza, Am Sandtorpark 4, 20457 Hamburg
Termin: 14.12., 10 Uhr
 
Initiatoren der Aktion: Dr. Thomas Dürmeier (Goliathwatch), Julia
Sievers (Agrar Koordination) im Namen der Hamburger Initiative
Lieferkettengesetz
 
Hintergrund: Vertreibung für den Kaffeeanbau: Es ist ein Fall, der
auch in Deutschland für Aufsehen gesorgt hat: 4000 Menschen wurden im Jahr 2001 im Bezirk Mubende in Uganda vertrieben, ihre Häuser, Felder, Tiere und Nahrungsmittelvorräte wurden zerstört, geplündert oder verbrannt. Der Grund: die ugandische Regierung hatte mit einem Tochterunternehmen der Hamburger Neumann Kaffee-Gruppe – eines der führenden Kaffee-Handelsunternehmen der Welt – einen Pachtvertrag abgeschlossen und ihm damit die Nutzung von ca. 2500 Hektar Land für den Kaffeeanbau zugesichert. Bis heute wurden die Vertriebenen nicht entschädigt. Nach der Klage der Vertriebenen wurde das Gerichtsverfahren über viele Jahre hinweg verschleppt. Obwohl die Vertriebenen in erster Instanz gewonnen hatten, ist der Rechtsstreit nach über 19 Jahren nicht geklärt – Neumann weigert sich, die geforderte Entschädigungszahlung zu leisten. Der Konzern bestreitet, dass gewaltsame Vertreibungen im Zusammenhang mit der Errichtung der Kaffeeplantage stattgefunden haben.
Der Fall Neumann zeigt: Wir brauchen ein Lieferkettengesetz, damit
deutsche Unternehmen zukünftig haftbar gemacht werden für Sorgfaltspflichten im Hinblick auf Menschenrechte und Umwelt in ihren globalen
Lieferketten"