Neue Preise seit 1.5.22

Zum 1.5.2022 haben wir die Preise unserer Kaffees erhöht.

Hier findet Ihr die Gründe und Antworten auf Eure wichtigsten Fragen. Ein Download der neuen Preislisten findet sich am Ende dieser Seite.

Ab wann steigen die Preise bei el rojito?

Die Preise sind zum 1.Mai 2022 gestiegen. Aus technischen Gründen wurden die neuen Preise schon ab dem 29.4. im Onlineshop angezeigt.

Warum steigen die Preise? Und warum so drastisch?

Als wichtigster Grund für diese ungewöhnlich deutliche Preisanhebung sind die stark gestiegenen Preise für Arabica-Rohkaffee zu nennen. Diese befinden sich zurzeit auf einem 10-Jahreshoch, allein der Weltmarktpreis hat sich innerhalb eines Jahres verdoppelt. Dazu beigetragen haben witterungs­bedingte Missernten in Brasilien und Vietnam, der Klimawandel im Allgemeinen, geringe Lagerbestände weltweit und die Probleme in der Frachtlogistik. Und obwohl wir auch schon vorher deutlich über dem Börsenpreis gezahlt haben, ziehen jetzt auch unsere Einkaufspreise an: Wir zahlen den Produzent*innen in der diesjährigen Ernteperiode rund 25-30% mehr als im Vorjahr 2021.

Ein zweiter Faktor für den Preisanstieg ist der Dollarpreis, der nicht zuletzt wegen des Krieges im Vergleich zum Vorjahr deutlich ungünstiger ist. Daraus alleine resultiert eine Preissteigerung von rund 5%. Ein dritter wesentlicher Faktor für den Preisanstieg sind die Kosten für die Röstung, die allein seit letztem Jahr um 15% im Mittel gestiegen sind. Als letzter Faktor für unsere Preiserhöhung sind durch die Coronapandemie gestiegenen allgemeinen Bezugskosten, allen voran die Seefracht, die Verpackungsmaterialkosten und die Energiekosten zu nennen.

Auch bei el rojito hat sich die Struktur etwas verändert: Unsere Umsätze sind gewachsen und die Waren­ver­fügbarkeit ist durch die Pandemie unsicherer geworden. Darauf haben wir mit dem Umzug in ein größeres Lager reagiert. So haben wir mehr Ware vorrätig und können auch liefern, wenn sich eine Röstung mal verzögert. Bisher haben wir die gestiegenen Kosten alleine aufgefangen. Nun müssen wir die Preisentwicklung auch an unsere Kund*innen weitergeben, damit unser Modell des Fairen und solidarischen Handels eine Zukunft hat.

Was haben die Produzent*innen von der Preiserhöhung?

Die Produzent*innen profitieren von den hohen Weltmarktpreisen. Die 25-30% höheren Einkaufspreise gehen direkt an die Kooperativen und damit an die Produzent*innen. Dies kommt in Pandemiezeiten, in denen die Lebenshaltungskosten stark gestiegen sind, gerade richtig. Die hohen Preise machen den Kooperativen allerdings auch Sorgen: Kaffeetransporter müssen auf dem Weg zu den Häfen nun noch stärker bewacht werden, da der Kaffeediebstahl droht, zuzunehmen. Auch wächst die Konkurrenz zu transnationalen Konzernen, die in Zeiten von Kaffeeknappheit hohe Summen anbieten, um Kaffee aufzukaufen. Daher ist es umso wichtiger, den Produzent*innen jetzt zu zeigen, dass wir bereit sind, den Kaffee auch unter den aktuellen Konditionen abzunehmen – im Sinne eines wirklich solidarischen Handels.

Was hat der Dollarpreis mit unserem Kaffee zu tun?

Wir kaufen unseren Kaffee in US-Dollar ein, da dies die Währung ist, mit der alle Kooperativen arbeiten können. Dazu müssen wir zunächst Euro in Dollar tauschen, und wenn der Wechselkurs so ungünstig ist wie momentan, erhöht sich damit unser Einkaufspreis.

Können die Preise auch wieder sinken?

Ja, klar! Allerdings ist das nicht so bald zu erwarten. Da wir immer die Menge für ein Jahr einkaufen und vorfinanzieren, können sich die Preise frühestens Mitte 2023 wieder ändern. Das gilt auch, wenn der Weltmarktpreis jetzt stark sinken würde. Denn unser Kaffeepreis berechnet sich aus dem Durchschnitts­preis der Ernteperiode zwischen Dezember und Februar/März. So hebeln wir Spekulationen aus.

Dass die Preise in der nächsten Periode wieder auf das Vorniveau sinken, ist auch unwahrscheinlich: Es ist zu erwarten, dass der Weltmarktpreis auf relativ hohem Niveau bleibt, weil Arabica-Kaffee weiterhin knapp ist. Auch bei den Material- und Energiekosten ist mit weiteren Preiserhöhungen zu rechnen.

Aber sind sinkende Preise überhaupt erstrebenswert? Wir sagen: Nein, denn der Kaffee ist ein wertvolles Gut, in dem viel Arbeit steckt! Und die muss ordentlich entlohnt werden. Zwar setzen wir als el rojito auch in Zeiten niedriger Weltmarktpreise der Spekulation an der Börse unser Preismodell entgegen und zahlen locker auch mal das Doppelte oder Dreifache vom Weltmarktpreis. Allerdings ist ein flächen­deckender hoher Preis viel wirksamer, denn davon profitieren Produzent*innen weltweit.

Als Konsument*innen müssen wir also umdenken und den echten Wert für den Kaffee anerkennen. Denn auch wenn die Pandemie hierzulande für viele Menschen wirtschaftliche Einbußen mit sich gebracht hat: Eine korrekte Entlohnung und gute Arbeitsbedingungen für die Kaffeeproduzent*innen im Globalen Süden sind nicht verhandelbar!

Wann hat el rojito das letzte Mal die Preise erhöht?

Die letzte Preiserhöhung war im November 2020. Damals war der Hauptgrund der ungünstige Dollarpreis und gestiegene Bezugskosten.

Steigen die Preise von allen Sorten gleich stark an?

Die Rohkaffees aus Kolumbien und aus Mexiko sind deutlich stärker gestiegen als die Kaffees aus anderen Ländern. Dies liegt an der gezielten Nachfrage nach spezifischen Regionen. Ist die (globale) Nachfrage besonders hoch, wird auf den allgemeinen Preis noch ein sogenanntes Differential aufgeschlagen. Bei Reihen, die diese Herkunfts­kaffees in größeren Mengen enthalten, wie beispielsweise der BIOLOGO, mussten wir dies mit einberechnen.

Erhöhen andere Kaffeeanbieter auch ihre Preise?

Ja, sowohl im Fairen als auch im konventionellen Handel steigen die Kaffeepreise, da die Erhöhung ja in erster Linie auf den Weltmarktpreis zurückzuführen ist. Selbst große Röster, die mit ihren Billigkaffees die Kaffeepreise kaputt machen, ziehen jetzt mit 3-4 € pro Kilo massiv an. El rojito als kleiner Betrieb, der fast ausschließlich Kaffee vertreibt, hat dabei deutlich weniger Spielräume, die Kosten selbst aufzufangen, als andere Unternehmen. Wir arbeiten nicht profitorientiert und handeln nicht auf Kosten der Allgemeinheit oder der Produzent*innen. Sondern wir schaffen nachhaltige Wirtschaftsstrukturen, zumindest versuchen wir es. Daher kann ein Vergleich mit anderen Anbietern sehr irreführend sein.

Wieviel Preisunterschied macht das pro Tasse?

Eine Tasse Sandino Organico kostet jetzt ca. 6 ct mehr, beim La Cortadora Kaffee sind es ca. 5 ct, gerechnet bei einer Dosierung von 60g Kaffee pro Liter Filterkaffee.