Paluch'en

Lage
Region Guaquitepec im mexikanischen Bundesstaat Chiapas

Größe
Ihre 162 Mitglieder sind über etliche Dorfgemeinschaften verteilt.

Gründung
2011

Kaffeeanbau
Auf 900 bis 1500 Meter ausschließlich Arábica Sorten (Mundo Novo, Arabe)

Die Kooperative Paluch'en liegt in der Region Guaquitepec im mexikanischen Bundesstaat Chiapas. Ihre 162 Mitglieder leben mit ihren Familien über viele Dorfgemeinschaften verstreut.
Alle Mitglieder von Paluch'en gehören der indigenen Ethnie der Tseltal an. Kaffee war die Haupteinnahmequelle der Familien. Sie haben ein durchschnittliches Jahreseinkommen von 500 US-Dollar. Auf den kleinen Anbauflächen von etwa zwei Hektar werden neben Kaffee auch Mais, Bohnen und Gemüse für den Eigenbedarf angebaut. Mit dem Anbau und der Vermarktung von Macademia-Nüssen will sich die Kooperative eine weitere Einkommensquelle erschließen.
Die Kooperative ist besonders durch den Kaffeerost, die Roya, betroffen und kann in diesem Jahr (2015) gar keinen Kaffee mehr an uns liefern. Die geringe Menge, die sie noch produzieren, wird auf dem lokalen Markt vertrieben. Sie sind im Moment auf die Unterstützung von Hilfsorganisationen angewiesen. 2 Mitglieder von Paluch'en haben an dem Seminar in Managua, das wir mit Vertreter_innen unserer Handelspartner veranstaltet haben, teilgenommen. Dort haben Sie uns ihre Entscheidung mitgeteilt, dass sie auf jeden Fall wieder Kaffee exportieren wollen. Sie haben ihre Anbauflächen erneuert und hoffen, dass sie spätestens in drei Jahren wieder an die MITKA liefern können.
Paluch'en hat sich vor allem der Bildungsarbeit und dem Erhalt ihrer Sprache und Kultur Tseltal verschrieben. Für die meisten Kinder ist Tseltal die Muttersprache und der Kampf um den Erhalt ihrer Identität dauert für die Tseltal seit 500 Jahren. Die Kooperative fördert das mit einem Grundschul- und Internatsprogramm, in dem neben modernem nachhaltigem Anbau auch althergebrachte Techniken und Handwerkskunst vermittelt werden. In der Grundschule wird ausschließlich Tseltal gesprochen. Die Sozialprämie verwendete die Kooperative für die Erstellung eines Kreditfonds für die Mitglieder.
Die mangelnde Infrastruktur in der Region, die ständige Präsenz des Militärs in der angespannten politischen Lage seit dem Aufstand der Zapatistas und die Gegebenheit, dass die meisten Kooperativenmitglieder ausschließlich Tseltal sprechen, erschweren die Kommunikation nach außen. Umso bemerkenswerter ist es, dass Paluch'en internationale Kontakte pflegt und in überregionalen Projekten wie der Vereinigung zentralamerikanischer KleinproduzentInnen eine aktive Rolle spielt.