Samstag 2. Oktober

Film + Gespräch + Aktion

Samstag 2. Oktober 2021

18-22.00 Uhr

Magellan-Terrassen Hafen City, Hamburg

Umsonst und Draussen!

Wir von el rojito freuen uns diesen interessanten und informativen Abend mit einer "Open Air Kino-Bar" unterstützen zu können.

Neben einem kurzen inhaltlichen Input über unseren Bio-Robuster-Kaffee aus Tansania, wo sich ca 50 000 Kaffee produzierende Menschen zusammen geschlossen haben um ihren Kaffee gemeinsam in einem Kooperativenverband zu vermarkten, schenken wir Euch aus unserem köstlichen Flor de Cafe Fuerte, mit einem Anteil aus genau diesen Robusta-Bohnen von 25%, leckeren Espresso, Americano und Cappuccino aus. Im Zusammenspiel mit Reineckes Getränke Spezialitäten Vertrieb aus der Holländischen Reihe in Ottensen bieten wir von el rojito Euch an diesem Abend auch Bio-Bier, Flora Power, Alternativ-Cola und regionale Fruchtsaftschorlen für kleines Geld an. Bringt Euch am Besten ein kuscheliges Sitzpolster mit und zieht Euch warm an.

Auch der el rojito e.V. fordert ein robustes Lieferkettengesetz, den Stopp von Landgrabbing im globalen Süden - nicht nur für Hamburger Kaffee-Konzerne und die sofortige und umfangreiche Entschädigung der vertriebenen Familien in Uganda durch die Neumann-Gruppe aus der Hafen City.

Film + Gespräch + Aktion

"Bitterer Kaffee: Uganda – Bauern kämpfen um ihr Land«, Film von Michael Enger

Musik: Angelina Akpovo, Hamburg

Videobotschaft von Peter Kayiira, Sprecher der Vertriebenen in Uganda.

Veranstalter: Mobile Bildung e.V, Infozentrum Globales Lernen, Die Linke Landesverband Hamburg, FIAN Deutschland, Initiative Lieferkettengesetz Hamburg, Ökumenische Arbeitsstelle Weitblick, Agrarkoordination, Hamburg.global und goliath watch.

Hintergrund: Im August 2001 vertrieb die ugandische Armee mehr als 4.000 Menschen aus vier Dörfern, weil die Regierung deren Land an die Kaweri Kaffee-Plantage verpachtet hat.

Kaweri ist eine Tochterfirma der Neumann Kaffee Gruppe in Hamburg. Bis heute wurden die Vertriebenen nicht entschädigt. Das Gerichtsverfahren gegen die ugandische Regierung und die Kaweri Kaffee Plantage ist bisher nach allen Regeln der Kunst verschleppt worden.

 

 

Mubende – Uganda: Militär, Vertreibung und Kaffeeplantagen

2001 wurden im ugandischen Bezirk Mubende über 2000 Menschen von der ugandischen Armee aus ihren Dörfern vertrieben, weil die ugandische Regierung das Land an die Kaweri Kaffee-Plantage verpachtet hatte. Kaweri ist eine Tochterfirma der Neumann Kaffee Gruppe in Hamburg. Bei dieser Vertreibung wurden alle Häuser, Felder und Nahrungsmittel zerstört. Die Betroffenen mussten ohne jeglichen Schutz und Nahrungsmittel in den angrenzenden Wäldern kampieren. Bis heute sind diese Menschen aufgrund fehlenden Zugangs zu Land oder anderen ausreichenden Einkommensquellen in schwerwiegendem Ausmaß Hunger und Mangelernährung sowie Verletzungen weiterer wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Menschenrechte ausgesetzt.

Unterstützt durch FIAN und andere Organisationen fordern die Betroffenen, denen ihre Existenzgrundlage entzogen wurde, seitdem ihre Rechte ein. Anhaltender Menschenrechtsverletzungen zum Trotz beweisen sie Durchhaltevermögen im langjährigen Klageverfahren um Entschädigung und ihr Recht auf angemessene Ernährung. So erreichten sie die gerichtliche Anordnung einer Mediation und ein Entschädigungsangebot der Regierung. Auch wenn die Entschädigungssumme viel geringer ist als gefordert, so ist es als Teilerfolg der Betroffenen zu werten, dass die ugandische Regierung mit diesem Angebot nach 20 Jahren letztlich Verantwortung für die begangenen Verletzungen der Menschenrechte übernimmt. „Ohne den ausdauernden Einsatz der Vertriebenen und internationale Aufmerksamkeit wäre die ugandische Regierung ihren menschenrechtlichen Verpflichtungen vermutlich bis heute stillschweigend nicht nachgekommen“, betont FIAN-Referentin Tina Wirnsberger die bedeutsame Rolle selbstermächtigten kleinbäuerlichen Widerstands.

Menschenrechtsverteidiger und Sprecher der Vertriebenen Peter Kayiira Baleke gehört zu diesen 76 Familien; er lehnt das Entschädigungsangebot der Staatsanwaltschaft als viel zu niedrig ab. Baleke wurde nach der Gerichtsverhandlung am 16. Dezember 2019 noch auf dem Gerichtsgelände verhaftet und im Luzira-Gefängnis in Kampala festgehalten und erst am 7. Februar 2020 entlassen.

FIAN interpretiert seine Verhaftung als politisch motiviert. Seit der gewaltsamen Vertreibung durch die ugandische Armee im August 2001 setzt er sich in vorderster Reihe national und international für die Wiederherstellung der Menschenrechte der Kläger*innen ein. Aufgrund Balekes exponierter Stellung als Menschenrechtsverteidiger ist FIAN auch nach seiner Freilassung um seine Sicherheit besorgt. Er teilt diese Besorgnis und sagte FIAN nach seiner Freilassung: „Meine Freiheit und mein Leben sind beide unberechenbar.“ FIAN appelliert daher an den ugandischen Staat, die Delegation der EU in Uganda und die internationale Staatengemeinschaft alles zu tun, um Balekes Sicherheit zu gewährleisten und ihn vor Repressionen zu schützen.

Der Journalist Michael Enger hat 2019 einen Dokumentarfilm über die Vertreibung und ihre Folgen gedreht: „Bitterer Kaffee: Uganda - Bauern kämpfen um ihr Land“

https://www.youtube.com/watch?v=9v89adptaN4&t=41s