der Warenkorb ist leer

Summe: 0,00 €

Solidarisch verdienen

Die Herausforderung besteht darin, den Preis so attraktiv wie möglich für den KonsumentInnen zu gestalten und gleichzeitig keinesfalls das Wohl der ProduzentInnen außer Acht zu lassen, sowie eine angemessene Entlohnung zu gewährleisten – mit anderen Worten: die Quadratur des Kreises zu versuchen.

Kaffee ist ein Spekulationsprodukt. Die Weltmarktpreise der Kaffeebörse sind enormen Schwankungen ausgesetzt. In guten Jahren kann mit dem Anbau von Kaffee verdient werden, in schlechten kommen nicht einmal die Produktionskosten herein.

Um dem etwas entgegenzusetzen und unseren ProduktionspartnerInnen ein sicheres Einkommen zu gewähren, haben wir den Mindestpreis eingeführt, der zumindest die Produktionskosten decken soll. Daneben gibt es Aufschläge für Bioqualität und für Kooperativenstrukturen. In den Jahren, in denen der Weltmarktpreis höher als unser Mindestpreis ist, bezahlen wir diesen plus 10 %.

Die Preisfixierung wurde anfangs von den Kooperativen dann vorgenommen, wenn sie dachten, dass nun der für sie günstigste Zeitraum ist. Manchmal lagen sie richtig, manchmal falsch. Inzwischen wird ein Durchschnittspreis während der Erntemonate ermittelt, der allerdings nie unter den Mindestpreis fällt, zudem gibt es als zusätzlichen Aufschlag noch ein Qualitätsdifferenzial.

Zudem gewähren wir den Kooperativen eine Vorfinanzierung, d. h. dass bis zu 60 % des Preises schon vorab in der für die ProduzentInnen kapitalintensivsten Zeit überwiesen werden. Damit ermöglichen wir den ProduzentIinnen sich vom Kapitalmarkt unabhängiger zu machen, sprich Zinsen zu sparen.

Besonders wichtig ist, dass dieses Modell mit VertreterInnen all Lieferkooperativen erarbeitet wurde und regelmäßig alle drei Jahre überprüft werden soll. Dies ist ein bedeutender Ausdruck unseres Selbstverständnisses, dass Handel auf gleicher Augenhöhe stattfinden muss.

Während die Diskussion um die Preisgestaltung von Anbeginn unseres Handels geführt wurde, kam die Lohndiskussion erst später in Gang, als der Handel so ausgeweitet war, dass er nicht mehr abends in ehrenamtlicher Arbeit erledigt werden konnte. Konkret wurde die Diskussion, als der Handel sich so weit ausgedehnt hatte, dass es nun Angestellte gibt, die keine übergeordnete Verantwortung übernehmen, und ein geschäftsführendes Kollektiv.

Über verschiedene Zwischenstufen sind wir nun bei einem Modell angelangt, das unterscheidet zwischen Handel und Café und im Handel auch noch nach Betriebszugehörigkeit. Außerdem gibt es Kinderzuschläge und einen Zuschlag für Geschäftsführung.

Dieses Modell ist ein Zwitter zwischen „normalem“ Geschäftsbetrieb und Kollektiv. Es gibt Unterschiede in der Bezahlung, aber sie sind nicht besonders hoch. Um unserem Ideal einer anderen gerechteren Welt näher zu kommen, müssen noch viele Diskussionen über Verantwortung und Bedürfnisse geführt werden. El rojito kann dabei einen Beitrag leisten, aber die Diskussion muss in der gesamten Gesellschaft geführt werden.