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Solidarisch vernetzen und kooperieren: lokal und global

Solidarisch Handeln heißt vor allem miteinander handeln. Wir sind in der solidarischen Ökonomie nicht alleine. Viele Betriebe und Gruppen verstehen sich ähnlich und haben ähnliche Ziele. Mit diesen wollen wir zusammenarbeiten, um uns gegenseitig zu unterstützen und um möglichst viele Komponenten des Handels in der solidarischen Ökonomie abzudecken. Das geht nicht komplett, nach wie vor sind Banken und Logistik nötig, um das Finanzielle und den Transport zu ermöglichen. Auch beim Vertrieb kommen wir nicht ohne Zwischenhandel im Lebensmitteleinzelhandel aus. Aber auch hier wählen wir aus, und nehmen nicht einfach die günstigste Lösung.

Sehr wichtig ist für uns die Kooperation mit den ProduzentInnen. Mit ihnen pflegen wir langjährige nachhaltige Beziehungen. Wir wollen möglichst auf Augenhöhe miteinander handeln. Die Konditionen unserer Geschäftsbeziehung werden gemeinsam diskutiert. Das Ziel des Handels ist nicht die Profitmaximierung, sondern ein miteinander Handeln, das allen Beteiligten gleichermaßen Vorteile bringt und nachhaltig auf beide Seiten wirkt. Gemeinsam mit anderen entwicklungspolitischen Gruppen organisiert el rojito sich in der alternativen Handelsgruppe MITKA. Diese pflegt intensive Kooperationen mit rund 10 Kaffee-Kooperativen in Zentralamerika und wickelt jährlich den Direktimport von insgesamt ca. 300 Tonnen Rohkaffee nach Deutschland ab. In Abwesenheit von Zwischenhändlern jeder Art können durch die enge und transparente Zusammenarbeit der MITKA mit den Kooperativen die Auswirkungen des direkten Handels auf die Produktion vor Ort unmittelbar festgestellt und schnelles Handeln gewährleistet werden. So ist es möglich auf die Bedürfnisse der Produzenten einerseits und die Situation des Europäischen Kaffeemarktes andererseits flexibel zu reagieren. Ein wichtiger Bestandteil dessen ist die, bis zu 60%ige, Vorfinanzierung der Ernte, die den Kooperativen einen Produktionskredit und somit mehr Sicherheit gewährt und zur positiven Entwicklung der Lebensbedingungen der Kaffeebauern aber auch des Kaffeeanbaus beiträgt. Der Preis der für die, durch die MITKA importierten Rohkaffees bezahlt wird, liegt dabei stets über dem Welthandelspreis für Kaffee. Zu unseren Handelsprinzipien haben wir hier noch weitergehende Informationen.

Auch hier in der Metropole suchen wir die Kooperation mit Partnern. Wir wollen möglichst mit Betrieben zu tun haben, die auf der Suche nach einer anderen Grundlage für Ökonomie sind. Ob Vertriebspartner wie Buchläden oder Eine Welt Läden, ob Graphiker und Druckereien oder Logistik Partner, in vielen unserer Geschäftsbeziehungen gibt es Schnittstellen zu Betrieben, die „irgendwie anderes“ sind. Im hauseigenen Café-Betrieb, beispielsweise, legt el rojito Wert auf den Einkauf regional-hergestellter Ware. Die Röstung der Rohkaffees erfolgt in verschiedenen, in Norddeutschland angesiedelten Röstereien. So findet man die breite Kaffee-Palette an immer mehr lokalen Verkaufsstellen, darunter Cafés, Bäckereien, Fachhändlern und regionale, inhaberbetriebene Supermärkte.

Darüber hinaus gibt es auch eine politische Vernetzung. Wir suchen den Kontakt zu anderen politischen Gruppen und Zusammenhängen und organisieren uns in Netzwerken. Auch kleine Signale und Aktionen wie Kaffeeausschank auf Demonstrationen gehören dazu.