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Yeni Navan/ Etnias Michizá

Lage
Sitz des Büros ist in Oaxaca Stadt

Größe
Die Kooperative ist über mehr als 40 Gemeinden und sechs Sprachgrenzen hinweg verstreut. 30 Prozent der etwa 1000 Mitglieder sind Frauen.

Gründung
1985

Kaffeeanbau
Auf 900 bis 1500 Meter werden ausschließlich Arábica Sorten (Mundo Novo, Bourbón) angebaut.

Der Kooperativenzusammenschluss Yeni Navan ("Lebendiges Licht") ist auch unter dem Namen Michiza bekannt. Dieses Kürzel steht für die Anfangsbuchstaben der fünf indigenen Ethnien, aus denen die Mitglieder stammen: Mixtecos, Chinantecos, Chatinos, Cuicatecos und Zapotecos. Von Yeni Navan wird in diesem Jahr (2015) unser gesamter Mexiko Kaffee kommen.
Yeni Navan wurde 1985 gegründet, um dem Verfall der Weltmarktpreise für Kaffee eine Vermarktung ohne Zwischenhändler_innen entgegenzusetzen. Mit den Mindestpreisen und verbindlichen Handelsbeziehungen des fairen Handels konnten die Mitglieder wieder eine langfristige Perspektive gewinnen.
Yeni Navan vermarktet den Kaffee seiner Mitglieder und berät in technischen Schulungen zum Kaffeeanbau, wie Qualität und Ertrag gesteigert werden können. Besonderen Wert legt die Organisation auf den biologischen Anbau, bei dem die Kaffeebäuer_innen unterstützt werden. Der Bio-Rohkaffee wird von der lokalen Zertifizierungsorganisation Certimex zertifiziert.

Beeindruckend ist die für das Funktionieren der Kooperative notwendige Logistik: die Mitglieder sprechen sechs völlig unterschiedliche Sprachen und die 43 kleinen Comunidades (Dorfgemeinschaften), in denen sie leben, liegen weit verstreut - die dem Büro nächstgelegene ist fünf Stunden Fahrzeit entfernt. Zu den Generalversammlungen, die alle zwei Monate stattfinden, kommen dennoch immer alle 43 Delegierte aus den Comunidades.

Die Sozialprämie, die die MITKA für den Kaffee von Yeni Navan bezahlt, wandert vollständig in einen Kapitalisierungsfonds. Er soll die Kooperative von externen Krediten und der Vorfinanzierung durch die Käufer_innen unabhängiger machen und gewährleisten, dass bereits dann Geld an die Kaffeebäuer_innen ausgezahlt werden kann, wenn üblicherweise die so genannten Coyotes (kommerzielle Aufkäufer) in der Region an die Türen klopfen und Bargeld für den noch zu erntenden Kaffee anbieten - zu meist deutlich schlechteren Preisen oder zu hohen Zinssätzen.

Von Yeni Navan bekommen die Kooperativenmitglieder bereits vor der Ernte eine Abschlagszahlung von etwa 30 - 40 %. Ein weiteres Drittel erhalten sie bei Ablieferung der Ernte und die Abschlusszahlung erfolgt dann nach der Abrechnung der gesamten Exportsaison.

Problematisch ist der die Region prägende Auswanderungsdruck in die USA, der - wenn auch in abgeschwächter Form - auch Yeni Navan betrifft.

Die Bäuerin Margarita Cortéz aus der Gemeinde Rancho Nuevo kann einiges davon erzählen: Nach dem Tod ihres Sohnes wanderte die Schwiegertochter in die USA aus und ließ Margarita mit den drei Enkelkindern zurück. Um die Kinder und die kleine Kaffeepflanzung muss sich die 73-Jährige jetzt alleine kümmern. Ohne die Unterstützung durch Yeni Navan wäre das kaum zu schaffen. Das zuverlässige Einkommen durch den fairen Handel verschafft ihr und den drei Kindern eine Perspektive - vielleicht muss die neue Generation dann nicht mehr auswandern.