10 März, 2018 - 18:58 - kotter

Café Vela

Vom Anbau bis zum Verkauf: Mit Café Vela übernehmen wir Verantwortung für einen solidarischen, ökologischen und nachhaltigen Handel. Auch wichtig dabei ist uns der Transport.
Dieser Kaffee wird mit dem Frachtsegler Avontuur von Mittelamerika nach Hamburg gebracht. Das Schiff wird mit Windkraft angetrieben und verbraucht nur bei lang anhaltender Flaute oder beim Einfahren in Häfen Treibstoff.
Völlig anders als bei den herkömmlichen Containerschiffen. Jedes von ihnen ist eine wahre Dreckschleuder. Auf jeder Fahrt verbraucht es so viele Schadstoffe wie fünf Millionen Autos auf gleicher Strecke und belastet dadurch Umwelt und Mensch erheblich.

Wir wollen einen anderen Welthandel.

Die Avontuur

Die Avontuur ist ein 2-mastiger Gaffelschoner und gehört der Timbercoast-Gemeinschaft, die es sich zum Ziel gemacht hat, „Fracht per Windkraft gesegelt zu transportieren um damit die Verbindung zwischen nachhaltigem Produzenten und verantwortungsvollem Verbraucher zu schaffen.“ Das Schiff kann 114 Tonnen Fracht transportieren.

Kapitän Cornelius Bockermann hat mit vielen Freiwilligen das 1920 gebaute Schiff in den Jahren 2014 bis 2016 in Elsfleth fit gemacht, um damit in See zu stechen und die Mission zu beginnen.

Seitdem transportieren er und seine Crew Waren über die Weltmeere. Immer mit der Botschaft: „Wir wollen auf die Missstände in der Welthandelsflotte hinweisen und zeigen, dass Waren sauber und emissionsfrei über den Seeweg transportiert werden können.“

Mehr Informationen

Die Seeschifffahrt – ein Klimakiller

Keine andere Branche zerstört das Klima so sehr wie die Hochseeschiffahrt. Sie stößt jährlich mehr CO2-Emissionen aus als die gesamte Bundesrepublik Deutschland.  Die 15 größten Schiffe produzieren im Jahr so viele Schadstoffe wie 750 Millionen Autos.
Ihr Treibstoff ist Schweröl. An Land ist der klebrige, schwefelhaltige Brennstoff längst verboten. Dazu stoßen die Frachter Unmengen an Schwefeloxiden, Stickoxiden, Rußpartikeln, Schwermetallen und Feinstaub aus.
Mit dem Ausstoß von Stickoxiden und Schwefeldioxid übertrifft die Schifffahrt den Luftverkehr um ein vielfaches, zeigen Daten des Forschungszentrums für Luft- und Raumfahrt.
Dennoch gibt es wenig Schadstoff-Richtlinien oder Umweltverpflichtungen. Notwendige Filter oder Katalysatoren sind nicht vorgeschrieben.
Die Umwelt und wir Menschen zahlen den Preis dafür. Schadstoffbelastungen durch Feinstaub und Rußpartikel aus Motoren führen zu Herzkreislauferkrankungen, Herzinfarkten,  Alzheimer, Bronchitis sowie Asthmaerkrankungen.
Die Schiffsemissionen allein in Europa sollen für bis zu 50.000 vorzeitige Todesfälle im Jahr verantwortlich sein, hat eine Untersuchung des dänischen Center für Energy, Environment and Health ergeben.

…und in Hamburg?

„Der Hafen ist für einen großen Anteil der Luftbelastung Hamburgs verantwortlich, die dringend gemindert werden muss. Die schädlichen Abgase der Kreuzfahrt- und Containerschiffe schaden Mensch und Umwelt gleichermaßen und stellen eine akute Gesundheitsgefahr dar“, schreibt der Naturschutzbund (Nabu) auf seiner Homepage. In Stadtteilen wie Altona, Neustadt oder der Hafencity macht die Belastung durch gesundheitsschädliche Stickoxidemissionen aus dem Hafen und der Seeschifffahrt bis zu 80 Prozent aus.
Dazu kommt die Luftbelastung durch Schwefeldioxid, Feinstaub und Ruß. Laut dem europaweiten Air Quality Report von 2015 würden  allein in Hamburg jährlich rund 1.200 Menschen vorzeitig an den Folgen von Feinstaub und rund 220 an Stickoxiden vorzeitig sterben. Das sei ein Vielfaches der Todesopfer, die der Hamburger Straßenverkehr verursache, so Nabu und der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND).
Trotz Druck durch die Naturschutzverbände reagiert die Hamburger Politik nur langsam. Der Luftreinhalteplan wurde inzwischen erneuert, nachdem Gerichte den Senat dazu verpflichtet haben. Die hafenbedingten Luftverschmutzung soll gesenkt werden, zum Beispiel durch mehr Landstrom- und Flüssiggas-Versorgung für Schiffe. „Trotzdem sollen anders als beim Straßenverkehr laut Senatsprognose Schiffemissionen bis 2020 lediglich um 0,5 Prozent zurückgehen“, kritisiert die Partei DIE LINKE.

Der Seehandel – alles für den Profit

Mehr als 90 Prozent des globalen Welthandels wird über Containerschiffe abgewickelt. Waren werden zu Dumpingpreisen über die Meere gefahren, um sie möglichst billig verkaufen zu können. Das macht dieses Verkehrsmittel so attraktiv. Drei große Schifffahrts-Allianzen teilen sich den Markt aktuell auf. Trotz der anhaltenden Krise der Branche wird davon ausgegangen, dass der Seehandel in den kommenden Jahren weiter wächst.
Doch es herrscht großer Wettbewerbsdruck, der sich auch bei den Arbeitsbedingungen der Seeleute bemerkbar macht. Auch wenn die Internationale Transportarbeiter Föderation (ITF) als globale Gewerkschaftsvereinigung über die Einhaltung von Tarifverträgen für rund eine Millionen Beschäftigte wacht, herrschen auf den Schiffen immer wieder miese Arbeitsbedingungen oder wird Heuer einfach nicht ausgezahlt. Wer unter keinem Tarifvertrag arbeitet, wird schlicht ausgebeutet.   
Seeleute müssen auf den Schiffen manchmal Tätigkeiten übernehmen, für die sie gar nicht zuständig sind. So kam es auch im Hamburger Hafen schon zu Schwerverletzten und Toten, wenn Beschäftigte an Bord Container entschlaschen mussten. Normalerweise übernehmen solche Tätigkeiten Fachkräfte, die die Reeder aber extra bezahlen müssen. Ein von der ITF neu ausgehandelter Tarifvertrag soll solche Zwischenfälle verhindern.
Doch sicher scheint: Der Kostendruck wird auch in Zukunft zu schlimmen Unfällen auf den Schiffen sorgen.
 

Was wir wollen

Einen anderen Seehandel. Dafür müssen sich mehr Menschen darüber bewusst werden, wie dieser Handel funktioniert und welche Konsequenzen er für Umwelt und Menschen hat.
Wir wollen nicht hinnehmen, dass die Seeschifffahrt eine Branche ist, bei der Umweltstandards kaum eine Rolle spielen und der Handel einzig und allein von Profitstreben getrieben wird.
Es liegt auch an uns: Wir alle sind dazu aufgerufen, unser Konsumverhalten zu überdenken.
Es ist klar, dass der Weltmarkt nicht mehr über kleine Segelschiffe abgewickelt werden kann. Insofern ist Café Vela keine Alternative, aber es ist ein starkes Symbol. Ein Symbol dafür, dass es mit der Seeschiffahrt nicht weitergehen kann. Café Vela ist ein Zeichen dafür, dass es klimafreundliche und solidarische Lösungen geben muss!

Cafe Vela - bald lieferbar

Der Kaffee muss erst einmal in Hamburg ankommen. Dann muss er geröstet und verpackt werden. Das dauert alles noch etwas. In der Zwischenzeit könnt Ihr z.B. den Sandino Organico bestellen. Dieser ist auch aus Nicaragua und da ist auch von der Kooperative Cosatin / Tierra Nueva Kaffee drin. Bald könnt Ihr den Cafe Vela hier oder im Shop vorbestellen

Café Vela

Cafe Vela

7,50 €

Gewicht

250g
Bohne
30,00 EUR/kg

Café Vela

Der Kaffee kommt aus Nicaragua von der Kooperative COSATIN / Tierra Nueva. Mit Tierra Nueva arbeiten wir schon lange und gut zusammen. Sie bauen hochwertigen Arabica Kaffee mit biologischen Methoden an.

Vor kurzem ist der Café Vela in Ceita / Honduras verladen worden. Jetzt befindet er sich auf seiner weitgehend emissionsfreien Reise über den Atlantik. Zum Hafengeburtstag am 11.5. erwarten wir ihn in Hamburg.

Manufaktur Röstung

Damit der Kaffee seinen Geschmack erhält, müssen viele Faktoren zusammenspielen. Am wichtigsten dabei ist neben der Qualität der Bohne die Röstung. Erst durch das Rösten können sich die Aromen, die wir am Kaffee so lieben, entfalten - über tausend Aromastoffe machen den Geschmack einer gerösteten Kaffeebohne aus.

Wir rösten den Café Vela in einem Trommelröster. Das ist die älteste noch gängige Methode der Röstung und die traditionelle Form der Langzeitröstung. In diesem Verfahren werden die Kaffeebohnen um ein Vielfaches langsamer und somit wesentlich schonender geröstet als bei der sonst üblichen Heißluftröstung. Das könnt Ihr schmecken.

Die Ankunft

Am 14.5. ist das Schiff in Hamburg angekommen und entladen worden. Ca. 50 Leute waren da, um den Kaffee zu entladen und mit vielen Lastenfahrrädern ins Zolllager zu bringen. Es war ein schönes Fest. Presse war auch da und ein Umweltsenator schaute auch mal vorbei, hat aber leider nicht mit angepackt.

Im Blog gibt es ein paar Bilder und eine Beschreibung.