Mexiko

Unión de Productores Campesinos Tierra Indígena Zapoteca - UPCTIZ

Yení Navan - Michizá

Mexiko ist nicht nur ein riesiges, sondern auch ein sehr reiches Land. Denn es verfügt über Unmengen von Bodenschätzen, wie beispielsweise Erdöl oder Lithium. Gleichzeitig beherbergt es einen wahren Schatz an vielfältigsten Ökosystemen und Tier- und Pflanzenarten. An diesem Reichtum kann die Landbevölkerung allerdings nicht im ausreichenden Maße teilhaben, im Gegenteil: Indigene Gruppen haben es schwer, ihre Terrritorien vor dem Zugriff privater Unternehmen zu schützen. Aktivist*innen, die für den Schutz artenreicher Gebiete kämpfen, leben in Mexiko sehr gefährlich. Offiziell hat sich Mexiko dem Schutz indigener Territorien verschrieben und sich dazu verpflichtet, die indigene Bevölkerung bei der Planung von neuen Megaprojekten, wie beispielsweise Windparks, einzubeziehen. Bisher hat jedoche keine der amtierenden Regierungen diese Selbstverpflichtungen eingehalten. Privatwirtschaftliche Interessen werden so immer wieder über die Rechte der indigenen Bevölkerung gestellt.

Unser Ziel beim Handel mit Kaffeekooperativen in Mexiko ist es, ländliche, indigene Strukturen im Süden Mexikos zu stärken. Durch den Handel mit selbstorganisierten Produzent*innengruppen werden nicht nur Vermarktungsperspektiven für die Beteiligten, sondern auch widerstandsfähige Netzwerke geschaffen, in denen Wissen und Erfahrung ausgetauscht werden können.

UPCTIZ

Unión de Productores Campesinos Tierra Indígena Zapoteca - UPCTIZ

Kaffeekooperative UPCTIZ Mexiko Fair SolidarischLage Region Istmo, Bundesstaat Oaxaca

Größe Ihre 156 Mitglieder sind über elf Dorfgemeinschaften verteilt.

Gründung 2009

Kaffeeanbau Auf 1.100 bis 1.400 Meter ausschließlich Arábica Sorten (Caturra, Bourbon, Geisha, Colomb, Mundo Novo).

Die Mitglieder von UPCTIZ gehören den indigenen Gruppen der Zapotecos und der Mixe an. Auf den kleinen Anbauflächen von etwa zwei Hektar werden neben Kaffee auch Mais, Bohnen und Gemüse für den Eigenbedarf angebaut.

Die Gründer*innen zielten im Jahr 2009 darauf ab, auch in einer der entlegendsten Gegenden Mexikos einen Zugang zum internationalen Markt und zu guten Preisen zu sichern. Dies ist ihnen in ihrem über zehnjährigen Bestehen auch gelungen. Die Kooperative besitzt bisher noch nicht so viel Infrastruktur: einen kleinen, aber sehr praktischen Laster, mit dem sie die Kaffeebohnen von den Feldern zur Weiterverarbeitung transportieren. Ihr Büro und Lager sind gemietet, aber der Traum der Gruppe ist es, ein eigenes Kooperativenhaus und Lager zu bauen. Dies würde die Struktur der Gruppe festigen. Die Kooperativenprämien, die die Kooperative jedes Jahr über den Kaffeepreis einnimmt, sollen dafür genutzt werden.Die Delegierten der elf Dorfgemeinschaften treffen sich alle zwei Monate und entscheiden über die Belange der Kooperative. Sie wohnen 20 Minuten bis vier Stunden vom Büro entfernt.

Die Kooperative ist FLO- und biozertifiziert.

Yení Navan - Michizá

Solidarisch Kaffee Fair Mexiko Yeni NavanLage
Sitz des Büros ist in Oaxaca Stadt

Größe
Die Kooperative ist über mehr als 40 Gemeinden und sechs Sprachgrenzen hinweg verstreut. 30 Prozent der etwa 1000 Mitglieder sind Frauen.

Gründung
1985

Kaffeeanbau
Auf 900 bis 1500 Meter werden ausschließlich Arábica Sorten (Mundo Novo, Bourbón) angebaut.

Der Kooperativenzusammenschluss Yeni Navan ("Lebendiges Licht") ist auch unter dem Namen Michiza bekannt. Dieses Kürzel steht für die Anfangsbuchstaben der fünf indigenen Ethnien, aus denen die Mitglieder stammen: Mixtecos, Chinantecos, Chatinos, Cuicatecos und Zapotecos. Von Yeni Navan wird in diesem Jahr (2015) unser gesamter Mexiko Kaffee kommen.
Yeni Navan wurde 1985 gegründet, um dem Verfall der Weltmarktpreise für Kaffee eine Vermarktung ohne Zwischenhändler_innen entgegenzusetzen. Mit den Mindestpreisen und verbindlichen Handelsbeziehungen des fairen Handels konnten die Mitglieder wieder eine langfristige Perspektive gewinnen.
Yeni Navan vermarktet den Kaffee seiner Mitglieder und berät in technischen Schulungen zum Kaffeeanbau, wie Qualität und Ertrag gesteigert werden können. Besonderen Wert legt die Organisation auf den biologischen Anbau, bei dem die Kaffeebäuer_innen unterstützt werden. Der Bio-Rohkaffee wird von der lokalen Zertifizierungsorganisation Certimex zertifiziert.

Beeindruckend ist die für das Funktionieren der Kooperative notwendige Logistik: die Mitglieder sprechen sechs völlig unterschiedliche Sprachen und die 43 kleinen Comunidades (Dorfgemeinschaften), in denen sie leben, liegen weit verstreut - die dem Büro nächstgelegene ist fünf Stunden Fahrzeit entfernt. Zu den Generalversammlungen, die alle zwei Monate stattfinden, kommen dennoch immer alle 43 Delegierte aus den Comunidades.

Die Sozialprämie, die die MITKA für den Kaffee von Yeni Navan bezahlt, wandert vollständig in einen Kapitalisierungsfonds. Er soll die Kooperative von externen Krediten und der Vorfinanzierung durch die Käufer_innen unabhängiger machen und gewährleisten, dass bereits dann Geld an die Kaffeebäuer_innen ausgezahlt werden kann, wenn üblicherweise die so genannten Coyotes (kommerzielle Aufkäufer) in der Region an die Türen klopfen und Bargeld für den noch zu erntenden Kaffee anbieten - zu meist deutlich schlechteren Preisen oder zu hohen Zinssätzen.

Von Yeni Navan bekommen die Kooperativenmitglieder bereits vor der Ernte eine Abschlagszahlung von etwa 30 - 40 %. Ein weiteres Drittel erhalten sie bei Ablieferung der Ernte und die Abschlusszahlung erfolgt dann nach der Abrechnung der gesamten Exportsaison.

Problematisch ist der die Region prägende Auswanderungsdruck in die USA, der - wenn auch in abgeschwächter Form - auch Yeni Navan betrifft.

Die Bäuerin Margarita Cortéz aus der Gemeinde Rancho Nuevo kann einiges davon erzählen: Nach dem Tod ihres Sohnes wanderte die Schwiegertochter in die USA aus und ließ Margarita mit den drei Enkelkindern zurück. Um die Kinder und die kleine Kaffeepflanzung muss sich die 73-Jährige jetzt alleine kümmern. Ohne die Unterstützung durch Yeni Navan wäre das kaum zu schaffen. Das zuverlässige Einkommen durch den fairen Handel verschafft ihr und den drei Kindern eine Perspektive - vielleicht muss die neue Generation dann nicht mehr auswandern.

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